Ein Häuschen mit Pool - das wär's doch, oder?

Puppen-Haus

Elisabeth Vogel über Kleingärtner und Hirschgeweihe ...

Sie schauen gerade beim U-Bahn-Fahren aus dem Fenster und sehen: ein kleines Häuschen, draußen vor der Tür ein Hirschgeweih, das können Sie gerade noch erkennen. Das Häuschen hat einen kleinen Garten mit aufblasbarerem Pool, in dem gerade lachende Kinder plantschen - und schon ist dieses Bild schon wieder verschwunden, weil die U-Bahn ja schnell unterwegs ist. Genau das hat eine liebe Kollegin erlebt, beziehungsweise gesehen, auf ihrer U-Bahn-Fahrt in die Arbeit. Nun sind wir Fernseh-Menschen prinzipiell nicht allzu leicht zu beeindrucken, aber: ein Schrebergarten mit kleinem Häuschen direkt neben den Geleisen? Ja, so etwas gibt es in Wien. Und der Schrebergarten an sich ist offenbar überaus beliebt. In Wien gibt es laut Stadt Wien rund 30.000 sogenannte Kleingartenparzellen. Der Name geht übrigens auf den Leipziger Arzt Moritz Schreber zurück. Der „Erfinder" der Schrebergärten soll aber im 19. Jahrhundert sein Mitstreiter Schuldirektor Ernst Innozenz Hauschild gewesen sein. Er hat 1861 in Leipzig einen sogenannten „Schreberplatz" angelegt, einen Schulverein, mit kindgerechten Spiel- und Turnmöglichkeiten. Daraus hat sich später dann der Schrebergarten entwickelt. In Österreich sind ab 1911 die ersten Kleingartenflächen parzelliert worden. 1916 wurde der „Verband der Schrebergartenvereine der Kleingärtner und Siedler Österreichs" gegründet. Seit 2005 heißt er „Zentralverband der Kleingärtner und Siedler Österreichs", hat fünf Landesverbände und zwei Drittel der Mitglieder in Wien. Holländische Forscher haben übrigens schon vor Jahren empirisch gezeigt, dass die Pflege eines Kleingartens gesund hält und das Wohlbefinden stärkt. Schon 20 Minuten arbeiten im Garten kann demnach die Menge an Stresshormonen drastisch senken und damit die Gesundheit verbessern. Ein kleines Paradies - vielleicht auf Zeit, weil eben nur gepachtet - das manchmal ausschaut wie ein kleiner Garten mit Puppenhaus, und das Gemüt und Gesundheit gut tut. Es muss ja nicht unbedingt mit Hirschgeweih sein.

  • www.wienspart.atElisabeth Vogel ©ORF/ Thomas Ramstorfer© ORF/ Thomas Ramstorfer

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