Street-Kunst aus Paris

VORstellung: Mode 2

Der Pariser Street-Künstler „Mode 2“ ist ein hervorragender Betrachter der gegenwärtigen Lifestyle-Kultur. Eines seiner Werke ist in der Museumsquartier-Passage zu sehen.

Sein künstlerisches Werk mutet mindestens so vielfältig und verflochten an wie seine Lebensgeschichte. Geboren 1967 in Mauritius zog er im Alter von zehn Jahren mit seiner Familie nach London, wo er als Jugendlicher seine Freizeit in Covent Garden verbrachte, einem Treffpunkt der Hip-Hop-Kultur. In seinen frühen 20ern gründete er die Sprayer-Crew „The Chrome Angelz“ und schon bald zierte eines seiner Graffiti das Titelblatt von „Subway Art“. Später führte ihn sein Lebensweg nach Paris, New York und schließlich Berlin, wo er heute mit seiner Frau und Kindern vorläufig ein Zuhause gefunden hat.

Aktuell ist seine Arbeit „A Dedication To M-QUE“ bis 30. Juli 2014 in der Street Art Passage des MuseumsQuartiers zu sehen, was von Blk River initiiert wurde. Mit diesem Werk spielt der Künstler einerseits auf den Ursprung der heute salonfähig gewordenen Street Art an – das Graffiti, denn „M-Que“ war ein bekannter Sprayer der 70er Jahre in New York. Andererseits aber ist „MQ“ das Initial von MuseumsQuartier.

Aber dies ist nicht das erste Mal, dass Mode 2 mit und in Wien künstlerisch konfrontiert ist. Zum 150-jährigen Klimt-Jubiläum (2012) organisierte Wien Tourismus in Kooperation mit der Londoner Galerie Lazarides eine zweitägige Kunstveranstaltung, bei der ausgewählte Künstler Werke zum Thema Klimt ausstellten. Mode 2 interpretierte eines der bekanntesten Werke Klimts „Der Kuss“ neu unter dem Titel „More than just a kiss…“. Eine Arbeit, die der romantisch anmutenden Verklärung der Klimt’schen Darstellung neues Leben einhaucht. Es ist ein perfektes Bild von der Verschmelzung zweier Seelen in Glückseligkeit. „Mode 2s rohe Hommage ist nur, was Klimt braucht und ihm angemessen ist“, so The Guardian.

In beinahe allen seinen Kunstwerken wird Sexualität direkt oder indirekt als wesentlicher Bestandteil unseres Lebens angesprochen, womit er auch auf unsere sexualisierte Gesellschaft hinweist. Der Betrachter wird leicht zum Voyeur seiner sexuellen Szenerien. War sein Frühwerk stark illustrativ und zeigte seine Neigung zu Comics, so ist sein heutiger Stil freier, lockerer und malerischer. Thematisch tauchen Tanz, Partykultur, Musik und Sexualität wiederholt in seinen Arbeiten auf. Die Aktualität seines Werkes macht es wohl aus, dass er gerne mit Auftragsarbeiten von renommierten Unternehmen wie etwa Bacardi, Nike oder Stüssy konfrontiert wird. Mode 2 trifft einfach den „Zahn der Zeit“.

Mode 2 wäre immer gerne Musiker gewesen, doch da dies nicht sein vorrangiges Talent war, hat er Pinsel und Farbe zu seinen Instrumenten gewählt, mit denen er den Rhythmus des Lebens auf die Leinwand bringt.

  • www.wienspart.atMode 2 ©Daniel Kolodin, Homes Bar Berlin© Daniel Kolodin, Homes Bar Berlin

Fakten

Mode 2s Lieblingsorte in Wien:

Leopold Museum, im Speziellen dessen Klimt- und Schiele-Sammlung

Zur Eisernen Zeit (wegen ihrem gemischten Klientel)

Kontakt

Web: http://www.mode2.org

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