Beitragsbild: © MAK
Das MAK hat seine Schausäle zur Wiener Moderne neu gedacht: Weg von linearer Chronologie, hin zu assoziativen Erzählungen. Künstler Markus Schinwald hat in enger Zusammenarbeit mit Generaldirektorin Lilli Hollein und dem MAK-Team eine Inszenierung entwickelt, die Objekte wie Filmsequenzen behandelt — mit Close-ups, Weitwinkel und bewussten Distanzwechseln.
Warum Wien 1900 heute noch wirkt
Die Ausstellung zeigt, wie sehr die Jahre um 1900 grundlegende Design- und Denkmodelle prägten: Gesamtkunstwerk, Wiener Werkstätte, Architektur, Elektrizität, japanische Einflüsse, Science-Fiction‑Phantasien. Schinwald betont das „Hybrid Wien“ jener Zeit – ein Mix aus Historismus, strenger Arbeitskultur und infantilem Eskapismus, der bis in die Gegenwart nachwirkt.
Szenen statt Einzelstücke
Über 700 Objekte werden in thematischen Kapiteln und kammerspielartigen Szenen präsentiert. Möbel, Glas, Textilien und Grafiken treten in Beziehung zueinander; Dioramen, Filme, eine rekonstruierte Hoffmann-Pavillon-Fassade und Klimts neunteilige Werkzeichnung sind dramaturgische Höhepunkte. Stellenweise entsteht ein beinahe filmischer Fluss zwischen Totale und Detail.

Schinwald vergleicht seine Vorgehensweise mit unterschiedlicher Brennweite: Makro für intime Details, Weitwinkel für Umfeld und Kontext. Historiker*innen, Restaurator*innen, Fotograf*innen und Besucher*innen liefern jeweils eigene Blickwinkel — diese Multiperspektive ist Kern der Neuaufstellung.








Alle Infos auf einen Blick
- Ort: MAK Schausammlung Wien 1900, Stubenring 5, 1010 Wien
- Laufzeit: ab 25.2.2026
- Öffnungszeiten: Di 10–21 Uhr, Mi–So 10–18 Uhr
- Eintritt: €19/€18 (Online), ermäßigt €15,50/€14,50; Dienstag 18–21 Uhr: €9,50/€8,50; frei für unter 19-Jährige



