Beitragsbild: © Forward Festival / Paul Cito Härtig
35 Ausgaben, 50.000 Kreative aus 70 Nationen und eine Frage, die eine ganze Branche beschäftigt: Was bleibt eigentlich menschlich, wenn Maschinen immer mehr können? Am 1. und 2. Oktober kehrt das Forward Festival ins Wiener Gartenbaukino zurück – mit internationalen Größen aus Design, Film, Kunst und Kreativwirtschaft.
Seit 2015 gehört das Forward Festival zum Fixpunkt der Wiener Kreativszene. Was in Wien begann, ist längst weit über die Stadt hinausgewachsen: 35 Festival-Ausgaben in europäischen Metropolen wie Berlin, Hamburg, München, Zürich, Frankfurt und Amsterdam, mehr als 600 Speaker:innen und insgesamt rund 50.000 Kreative aus 70 Nationen stehen mittlerweile in der Forward-Bilanz.
Am 1. und 2. Oktober 2026 kommt das Festival dorthin zurück, wo alles begonnen hat. Mehr als 25 internationale Speaker:innen treffen im Gartenbaukino auf Designer:innen, Kreative, Künstler:innen, Agenturen und alle, die sich damit beschäftigen, wie Ideen heute entstehen – und morgen entstehen könnten.
Was die Maschine nicht kann
Kaum eine Entwicklung beschäftigt die Kreativbranche derzeit so sehr wie künstliche Intelligenz. Bilder entstehen in Sekunden, Texte auf Knopfdruck, Designprozesse lassen sich automatisieren und Ideen scheinbar endlos reproduzieren. Doch je mehr die Maschine übernimmt, desto interessanter wird die Gegenfrage: Was kann sie nicht ersetzen? Genau darum geht es beim Forward Festival Wien 2026. Im Mittelpunkt stehen weniger technische Zukunftsprognosen als vielmehr Kreativität, Haltung, Autorenschaft und die Frage, welchen Wert eine individuelle Handschrift in einer zunehmend automatisierten Welt bekommt.
Zu den angekündigten Gästen zählen unter anderem Annie Atkins, Mirko Borsche, Thomas Albdorf, Natasha Jen, Erik Kessels, Cachete Jack, Luna Maurer, Gabriela Namie, So Me, Jim Stoten, Supersense und The Mill. Auch Faktor und JOYH, präsentiert von der Vienna Business Agency, sind Teil des Programms.
Die Menschen hinter dem Look
Mirko Borsche bewegt sich zwischen Editorial Design, Mode, Kultur und Markenentwicklung. Seine Arbeiten reichen von Balenciaga und Supreme über Inter Mailand bis zum Magazin 032c. Sein Design lebt von einer klar erkennbaren Haltung – und davon, dass Gestaltung eben nicht nur bedeutet, etwas möglichst schnell und sauber zu produzieren. Annie Atkins wiederum ist für jene grafischen Details verantwortlich, die wesentlich zur unverwechselbaren Ästhetik der Filme von Wes Anderson beitragen. Schriftzüge, Dokumente, Verpackungen und andere Requisiten entstehen mit enormer Detailgenauigkeit und vielfach von Hand.
Ihre Arbeit führt direkt zu einer der spannendsten Fragen unserer Zeit: Wenn Bilder und Designs nahezu unbegrenzt generiert werden können, welchen Wert hat dann noch die erkennbare Handschrift eines Menschen? Und was kaufen Auftraggeber:innen eigentlich, wenn sie bewusst eine Person statt eines Werkzeugs beauftragen?
Wie sich kreative Arbeit verändert
Dass künstliche Intelligenz nicht nur Arbeitsprozesse, sondern ganze Berufsbilder verändert, wird ebenfalls Thema in Wien sein. Ein Panel beschäftigt sich konkret mit den Verschiebungen innerhalb von Studios und Agenturen: Welche Aufgaben verändern sich? Was erwarten Kund:innen, wenn generative Tools jederzeit verfügbar sind? Und wie lassen sich Autorenschaft und Honorare definieren, wenn Teile eines kreativen Prozesses automatisiert ablaufen? Es sind Fragen, auf die es derzeit kaum endgültige Antworten gibt. Gerade deshalb will Forward einen Raum schaffen, in dem nicht nur über neue Technologien gesprochen wird, sondern darüber, was sie mit kreativer Arbeit machen.
Zwei Tage voller Ideen
Forward versteht sich dabei längst nicht nur als klassische Konferenz. Rund um das Bühnenprogramm entsteht im Gartenbaukino ein Treffpunkt für die internationale Kreativszene. Talks treffen auf Workshops, eine Expo Area, Ausstellungen, Side-Events und Networking. Nach den diesjährigen Ausgaben in Berlin und Frankfurt bildet Wien den Abschluss der Forward-Saison 2026. Gleichzeitig ist die Rückkehr ein Heimspiel: Das Festival ist aus der österreichischen Kreativszene hervorgegangen und findet seit seiner Gründung 2015 jährlich in Wien statt.
INFO:
1. & 2. Oktober 2026
Gartenbaukino, Wien







