Klassik2go Rave lässt Puccini zu Beats tanzen

Beitragsbild: Bei Klassik2go verbinden sich Hochkultur und Clubkultur miteinander. Raves ermöglichen dabei einen niederschwelligen Zugang zum Entdecken von klassischer Musik oder neuen Crossover-Erfahrungen. © Klassik2go

Beim Klassik2go Rave im Club Praterstrasse treffen Arien, virtuoses Geigenspiel und Dancefloor-Beats aufeinander. Am 14. Oktober kuratiert Star-Violinist Yury Revich den Abend, danach heizt Nanoviola mit ihrem Live-DJ-Violin-Set ein. Kein Dresscode, dafür reichlich Drops.

Erst Zauberflöte, dann Techno? Was nach einem kühnen Gedankenspiel klingt, ist in Wien längst gelebte Praxis. Initiator Ossi Schellmann, der mit dem U4 und der Summerstage ein Stück Stadtkulturgeschichte geschrieben hat, holt mit Klassik2go die ernste Musik aus dem Konzertsaal und stellt sie mitten auf den Dancefloor. Die Idee dahinter ist so simpel wie bestechend: ein niederschwelliger Zugang zu Oper und klassischer Musik, ganz ohne steife Abendgarderobe, Sesselreihen oder ehrfürchtiges Räuspern zwischen Geigensätzen. Statt Pausenglocke und Platzanweiser gibt es Lichtshow, Bar und jede Menge Bewegungsfreiheit. Wer Mozart liebt, darf hier ausgelassen tanzen. Und wer sonst nur für House ausgeht, entdeckt plötzlich, wie viel Groove in einem Allegro von Vivaldi steckt. Die Mischung macht’s: Opernfans und Party-People feiern Seite an Seite. Daraus entsteht jene besondere Energie, die diese Abende so unverwechselbar macht.

Klassik2go Yury Revich © Klassik2go
Stargeiger Yury Revich kuratiert den nächsten Klassik2go Rave am 14. Oktober. © Klassik2go

Yury Revich: Stradivari trifft auf Elektro-Beats

Für die Ausgabe am 14. Oktober übernimmt Yury Revich die künstlerische Leitung. Der österreichische Geiger und Komponist zählt zu den aufregendsten Stimmen seiner Generation: Ausgezeichnet mit dem ECHO Klassik sowie dem International Classical Music Award, landete er 2021 mit seiner Einspielung der Violinkonzerte des Chevalier de Saint-Georges sogar in den US-Billboard-Charts für Klassik. Ab 20 Uhr beweist er im Club Praterstrasse, dass Virtuosität und Bassdruck wunderbar harmonieren. Wer ihn bisher nur von CD oder aus dem Radio kennt, erlebt ihn hier hautnah. Auf seiner kostbaren Stradivari verwebt er klassische Linien mit elektronischen Sounds, House-Grooves und Crossover-Elementen zu einem Klangbild, das sich gleichermaßen zum konzentrierten Zuhören wie zum hemmungslosen Abtanzen eignet. Hier zeigt sich, wie zeitgemäß ein jahrhundertealtes Instrument klingen kann, wenn es jemand mit so viel Neugier und Können spielt.

Nanoviola: Ein Klassik-Rave bis in die Nacht

Um 22 Uhr wechselt das Kommando an Nanoviola. Hinter dem Künstlernamen steckt die Geigerin Natalia Novikova, deren Live-DJ-Violin-Sets schon bei früheren Raves für einen proppenvollen Dancefloor gesorgt haben. Sie verschmilzt eigene Kompositionen mit Werken der ganz Großen: Beethoven, Mozart, Puccini, Vivaldi, Tschaikowsky. Cineastische Klanglandschaften bauen klug Spannung auf, euphorische Drops lassen sie explodieren. Spätestens wenn vertraute Melodien über pumpenden Beats auftauchen, wird im ganzen Club lautstark mitgesungen, mitgeklatscht und mitgefeiert. Einlass ist bereits um 19 Uhr – genug Zeit also für einen ersten Drink an der Bar, bevor der Abend Fahrt aufnimmt. Wer noch zweifelt, ob Klassik wirklich cool sein kann, sollte sich diesen Grenzgang zwischen Hochkultur und Clubkultur keinesfalls entgehen lassen.

INFO:
14. Oktober 2026, Einlass: ab 19 Uhr
Club Praterstrasse, Praterstraße 18, 1020 Wien
Tickets: VVK € 18,–, AK € 23,–, erhältlich unter klassik2gorave
Weitere Informationen: @klassik2go.rave

Michaela Görlich
Michaela Görlich
Chefredaktion

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