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Mittwoch, Juni 29, 2022

Am 8. März ist Welttag der Frau

Wien ist für Eva Fischer wie ein großes Wohnzimmer. Vor allem die Wiener Kreativszene, in der sie sich nun schon seit ein paar Jahren als Visualistin und Kuratorin eines Festivals für audiovisuelle Kunst (sound:frame Festival) bewegt, hat's der umtriebigen Wahlwienerin angetan. „In meinem direkten Umfeld ist Gleichberechtigung glücklicherweise Realität“, erzählt Fischer. Das Soundframe-Team besteht zu 50 % aus Frauen, auch bei der Festivalprogrammierung achtet Fischer auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Was definitiv kein leichtes Unterfangen ist: "Obwohl ich aktiv nach Frauen in der Musik oder Medienkunst suche, springen mir zuerst einmal die vielen gehypten Männer ins Auge. Alleine deswegen sind der Feminismus und der Frauentag nach wie vor eine wichtige Sache."

Eva Fischer ©Privat

EVA FISCHER, 31 Kunsthistorikerin, Dozentin, künstlerische Leiterin des Sound:frame: "Jeder Mensch kann sich in seiner eigenen Rolle emanzipieren. Egal ob Mann oder Frau.“

„Der Weltfrauentag ist noch immer wichtig. Ich fürchte, er wird noch lange bleiben“, sagt Sängerin Violetta Parisini, die sich dieses Jahr vor allem der Weiterentwicklung ihrer Musik und der Programmierung des Wiener Popfest widmen wird. Die gebürtige Wienerin begann erst mit Ende 20, Lieder zu schreiben, inzwischen hat sie zwei Alben veröffentlicht, Philosophie studiert und eine Feldenkrais-Ausbildung in der Tasche. Obwohl sie findet, dass ein Frauentag nicht unbedingt die modernste Form der Emanzipation ist, hat für sie der 8. März noch immer Relevanz: "Frauen bekommen nach wie vor weniger für gleich qualifizierte Arbeit bezahlt."

Violetta Parisini ©Anita Schmid

VIOLETTA PARISINI, 33 Musikerin, Feldenkrais-Therapeutin und Kuratorin vom Popfest 2014: "Gleichberechtigung ist noch lange nicht selbstverständlich."

Seitdem Katrin Hofmann ihren Job in der Weinbranche gekündigt hat, gibt es für sie keine langweiligen Montage mehr. Die Betriebswirtin hat 2013 mit einer Freundin ihr Hobby zum Beruf gemacht und kümmert sich seitdem um die Design- & Modemesse „Fesch’markt“ und noch ein paar andere Projekte rund um das Thema Mode. "Mode macht glücklich", schwärmt Hofmann, deren Arbeitswelt als Exportleiterin eines Weingutes noch anders ausschaute: „In der männerdominierten Weinbranche war es für mich als junge Frau schwierig, mich zu behaupten und als Führungsposition ernst genommen zu werden.“

KATRIN HOFMANN, 31 Autorin, Initiatorin Fesch’markt, Marktfestival für Kunst und Design: "Die Emanzipation der Frau ist nach wie vor ein wichtiges Thema."

Schon als Zehnjährige wusste sie, dass später einmal die Kunstlandschaft eine große Rolle in ihrem Lebens spielen wird. 19 Jahre später hat sich Sarah Mussers Wunschvorstellung mehr als verwirklicht. Mit dem Street-Art-Projekt "Escape the Golden Cage" brachte die junge Unternehmerin frischen Wind in die Wiener Kunstwelt. „Es ist toll, in einer Stadt zu leben, in der es noch möglich ist, einiges aus- und aufzubauen.“ Dementsprechend spannende Projekte hat die ambitionierte Kuratorin für 2014 in Planung. Dass es einen Weltfrauentag gibt, findet Musser schön, auch wenn sie ihn persönlich nicht besonders zelebriert. "Der Tag ist wichtig. Nicht in allen Ländern haben Frauen die gleiche Stellung wie hierzulande."

Sarah M. Musser ©Privat

SARAH M. MUSSER, 28 Kunsthistorikerin, Unternehmerin und Kuratorin von "Escape the Golden Cage": "Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Grenzen zwischen männlich und weiblich verschwimmen."

In Parvin Razavis Leben dreht sich alles rund um das Thema gesundes Essen. Die autodidakte Köchin und zweifache Mutter berichtet nicht nur auf unterschiedlichsten Kanälen über Genuss und Ernährung, sie schreibt zurzeit auch an einem Buch und bringt mit ihrem schmackhaften Bio-Catering mehr Würze nach Wien. "In meinem Alltag lebe ich eher ein integratives Geschlechterbild", meint die Preisträgerin der Wiener Vielfalt. Außerdem begreift Parvin das Verhältnis Mann/Frau nicht als Kampfzone, sondern als gesellschaftliche Bedingung für ein erfülltes Zusammenleben.

PARVIN RAZAVI, 35 Foodbloggerin, KÖchin und Autorin: "Feminismus kann nur gemeinsam mit modernen Männern verwirklicht werden."

Mit 19 hat die Wienerin Kira Stachowitsch mit Clemens Steinmüller das INDIE-Magazin gegründet, kurz darauf folgte ein weiteres Modeprojekt. Zehn Jahre später werden ihre Produkte in 30 Länder verkauft, Kira ist Chefin eines Verlagshauses mit drei international erfolgreichen Publikationen, die zwischen Wien und Tokio immer mehr stylea ne Individualisten in den Bann ziehen. "Mit meiner Arbeit möchte ich vor allem einen Gegenentwurf zu dem oftmals sexistischen Bild anderer Mode- & Frauenmagazine schaff en." Und das gelingt der 29-jährigen Styleikone mit ihren Printbabys ziemlich gut. Ihr Statement zum Frauentag? "Es gibt noch viel zu erkämpfen."

Kira Stachowitsch ©Daliah Spiegel

KIRA STACHOWITSCH, 29, Journalistin, Verlagschefin und Magazingründerin: "Ich habe das Glück, mich in einem Umfeld zu bewegen, in dem sich Frauen mit viel Selbstverständlichkeit unterstützen."

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