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Montag, November 28, 2022

Das Märchen Mensch – Blade Runner im Schubert Theater

Bild: ©Julie Dadsétan

Das Schubert Theater eröffnet seine neue Saison diesen Herbst mit dem Scifi-Klassiker “BLADE RUNNER” in der Regie von Simon Meusburger. Zu sehen ab 20. Oktober 2022.

Regisseur und künstlerischer Leiter des Schubert Theaters Simon Meusburger nimmt sich in seiner aktuellen Arbeit dem Science-Fiction-Klassiker BLADE RUNNER an. Das dabei entstandene Kammerspiel ist dabei sowohl von Philip K. Dicks 1968 erschienen Roman Träumen Androiden von elektrischen Schafen? inspiriert als auch von deren Verfilmungen.

Das Schubert Theater eröffnet seine neue Saison diesen Herbst mit dem Scifi-Klassiker “BLADE RUNNER”  in der Regie von Simon Meusburger.
Angelo Konzett und Spffo Povo in „BLADE RUNNER“. – ©Julie Dadsétan


Unbewohnbare Erde

Dystopischer Ausgangspunkt ist eine von Atomkriegen und Umweltkatastrophen zerstörte Welt, in der die meisten Menschen und Tiere ausgestorben sind. Echte Tiere gelten als absolutes Statussymbol. Da die Welt so gut wie unbewohnbar geworden ist, muss ein Großteil der Menschen auf den Mars auswandern. 

Um den Exodus zu erleichtern, wird jedem Menschen ein Android von der Tyrell Corporation zur Seite gestellt, der ihnen den Aufenthalt am Mars angenehmer gestalten soll. Da diese Androiden mit der Zeit immer intelligenter und emotionaler werden, ist ihnen ein  Mechanismus eingebaut, der sie nach vier Jahren ausschaltet, um den Menschen nicht gefährlich zu werden. 

Gleichzeitig werden die Androiden in ihrem Verhalten und Aussehen dem Mensch immer ähnlicher, sodass der Staat von Tyrell, dem Chef, der nach ihm benannten Corporation, Tests verlangt, die feststellen, ob es sich um echte Menschen oder Replikanten handelt.


Wenn sich Zweifel melden

Im Zentrum der Geschichte stehen Phil und Jane, beide für die Tyrell tätig. Während Jane eine geniale Biogenetikerin ist und für Tyrell Androidenteile entwickelt, ist nicht so ganz klar, was eigentlich Phils Job ist. Offiziell ist er von Tyrell beauftragt, die vom Staat verordneten Tests an die neuen Androiden-Modelle anzupassen.

Jane und Phil begegnen sich erstmals, als Phil seinen elektrischen Hund Buster zu ihr bringt, um ihn reparieren zu lassen. Jane hat sich seit langer Zeit zurückgezogen und hat bloß einen Androiden als einzige Bezugsperson, den sie Buddy nennt.

Immer mehr zweifelt Phil, ob sein Auftrag, zu testen, wer Mensch ist und wer nicht, moralisch noch vertretbar ist. Er bemerkt auch, Androiden gegenüber Gefühle zu entwickeln. Und spürt Schmerzen, wenn sie ausgeschaltet werden. Die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmen immer stärker.

Die Grenze zwischen Mensch und Maschine
Mit den Mitteln des klassischen Figurentheaters bis hin zu digitalen Live-Avataren behandelt Meusburger mit Puppenbildnerin Soffi Povo und Puppenspieler Angelo Konzett die Frage des Romans, was Menschen zu Menschen macht, indem er die verschwimmende Grenze zwischen Menschen und Androiden in den Vordergrund stellt.

Meusburger stellt in seinem Stück basierend auf dem Roman auch Bezüge in die Gegenwart her.  Obwohl der Roman bereits 1968 erschienen ist, erinnert Tyrell an Personen wie Elon Musk oder Peter Thiel. Auch die Abhängigkeit des sozialen Lebens vom virtuellen Metaverse wird satirisch hinterfragt.

Was unterscheidet uns am Ende von der perfekten künstlichen Kopie? Und kann man überhaupt noch von einer Kopie sprechen? Oder stellen die Androiden bereits den nächsten Schritt der menschlichen Evolution dar? Ist uns Menschen am Ende gar das, was uns menschlich macht, abhanden gekommen: die Fähigkeit Mitgefühl mit unserer Umwelt zu empfinden?


INFO
Premiere am 20. Oktober 2022
schuberttheater.at/spielplan/ 

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