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Montag, Juni 27, 2022

Den Vitaminen auf der Spur

Vitalisierend, immunsystemstärkend, verschönernd. Von vielen Lebensmitteln erwarten wir außergewöhnliche Ergebnisse – vor allem in der kalten Jahreszeit. Doch selten sind unsere Erwartungen zu recht so hoch gesteckt, wie viele Verbraucherschützer betonen. Diesen Missstand sollte vor rund einem Jahr eine Änderung der EU-Health-Claims-Verordnung beseitigen. Die Verordnung regelt die Zulässigkeit von nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben in der Werbung und Kennzeichnung von Lebensmitteln, einschließlich Nahrungsergänzungsmitteln. Seit der Novelle darf nur noch mit jenen gesundheitsbezogenen Angaben geworben werden, die ausdrücklich zugelassen sind.

Fescher Gesundheitslook? Vereinfachung? Wohl kaum. Kritik wird vor allem an zwei Punkten festgemacht: Erstens wird von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bei der Beurteilung der Rechtmäßigkeit einer Aussage nur der Inhaltssto , nicht aber das Lebensmittel selbst bewertet. Zweitens sind die zugelassenen Angaben für Herrn oder Frau Normalverbraucher alles andere als verständlich. Wissen Sie, was es heißt, wenn ein Sto „zu einer normalen kognitiven Funktion beiträgt“, oder wenn ein „Vitamin eine Funktion bei der Zellteilung“ hat? Bereits zu ihrem ersten Geburtstag steht die Novelle der Health-Claims-Verordnung demnach stark unter Beschuss. Fakt ist, nur weil gesund draufsteht, ist nicht unbedingt gesund drinnen. Neben einer ausgewogenen Ernährung empfiehlt es sich daher, im Zweifel das Kleingedruckte zu lesen oder den Arzt bzw. Apotheker des Vertrauens zu konsultieren.

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