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Dienstag, Dezember 6, 2022

Die Albertina zeigt ihre Meisterwerke

In seiner rund 50-jährigen Sammlertätigkeit konnte Herzog Albert die bedeutendsten Zeichnungen von Raphael, Michelangelo und Leonardo über Bruegel, Rembrandt und Rubens bis zu Caspar David Friedrich erwerben und zu einer einzigartigen Kollektion vereinen. Albert beauftragte im Jahr 1774 den genuesischen Kunstkenner und österreichischen Gesandten Giacomo Conte Durazzo, eine Sammlung anzulegen. Am 4. Juli 1776 überreichte Durazzo dem Herzog in Venedig mehrere tausend Blätter als Grundstock der neuen Sammlung. Sie bildet bis heute den Kernbestand der Albertina, die mit einer Million Kunstwerken eine der größten grafischen Sammlungen der Welt ist. Auch die beiden weltberühmten Zeichnungen von Dürer, die betenden Hände und die Ikone der Albertina, Dürers Feldhase, können nach zehn Jahren in dieser Schau wieder bestaunt werden.

Albertina5 ©Albertina Wien

Tiefe Einblicke in das feudale Leben der Sammlungsgründer. In der Ausstellung wird die Lebensspanne Alberts von 1738 bis 1822 durch 400 Ausstellungsstücke dokumentiert: Diese führen den Besucher vom Zeitalter des höfischen Barock unter Maria Theresia und der Au fklärung über die Vormoderne und die Revolutionsjahre in Amerika und Europa bis zum biedermeierlichen Vormärz nach dem Wiener Kongress. Erstmals erlaubt das kulturhistorische Konzept der Ausstellung einen gleichzeitigen Blick auf das feudale Leben der Sammlungsgründer und auf die von ihnen gesammelten Meisterwerke.

Albertina3 ©Albertina Wien

Die Lebensstationen der Sammlungsgründer – Herzog Albert von Sachsen-Teschen und Erzherzogin Marie Christine – präsentieren mit Dresden, Rom, Paris, Brüssel und Wien die führenden Zentren der Kunst und Politik und geben dabei Einblick in die vielschichtigen Netzwerke von Sammlern und Kunsthändlern, das feudale Leben des europäischen Hochadels sowie die politische und geistige Neuorientierung unter den Prämissen der Aufk lärung.

Pompöse Momente. Am Beginn der Ausstellung wird die Pracht der Residenzstädte Wien und Dresden durch Gemälde, Veduten, Schmuckstücke und prunkvolle Waffen vermittelt. Das repräsentative Leben des Paares beginnt in Preßburg und findet seine glanzvolle Fortsetzung in Brüssel. Als Statthalter der Österreichischen Niederlande lassen sich die beiden ein pompöses Residenzschloss in Laeken errichten. Von der exquisiten Ausstattung zeigt die Ausstellung das 94-teilige Silberservice, Möbel aus Paris von David Roentgen und Gobelins aus der königlichen Manufaktur in Versailles. Nach der Flucht vor den französischen Revolutionstruppen wurden diese einzigartigen Kunstgegenstände in das Wiener Palais – heute die Albertina – transferiert und zeugten bis 1919 vom Reichtum und Geschmack des Sammlungsgründers.

Albertina2 ©Albertina Wien

Vielschichtige Netzwerke. In der Ausstellung werden auch erstmals Teile seiner berühmten, 25.000 Bände umfassenden Bibliothek gezeigt, die nach 1930 weltweit zerstreut wurde. Die letzten Lebensjahrzehnte Herzog Alberts werden durch Exponate zu Napoleon I., seinem Widersacher Erzherzog Carl, dem Adoptivsohn und Universalerben des Herzogs, und dessen Bruder Kaiser Franz I. von Österreich veranschaulicht. In die Lebensgeschichte von Herzog Albert und Erzherzogin Marie Christine sind chronologisch vier Räume mit den Meisterwerken der Albertina integriert. Sie zeigen die Meister Italiens, die Künstler der holländischen und flämischen Schule, die deutsche Kunstlandschaft mit Dürer und Schongauer sowie die Maîtres modernes. Dabei handelt es sich um Werke von Alberts Zeitgenossen, die etwa ein Drittel seiner Sammlung ausmachen.

Sammelleidenschaft hautnah. Leihgaben aus aller Welt ergänzen die Bestände der Albertina in dieser Präsentation und vermitteln ein eindringliches Bild von den Lebensumständen und der Sammelleidenschaft des Namenspatrons der Albertina. Gemälde und Büsten des Herzogs und seiner Gemahlin, aber auch andere bedeutende Zeitdokumente, wie der Hut Napoleons, den er in der Schlacht von Eylau getragen hat, stammen unter anderem aus dem Metropolitan Museum of Art, dem Louvre, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dem Vatikan und aus diversen Privatsammlungen.

Albertina4 ©Albertina Wien

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