Beitragsbild: © Alex Schwarz Photography
In der Saison 2026/27 lädt das Stadttheater Wiener Neustadt dazu ein, die vielfältigen Welten der Musik, des Schauspiels und des Films zu entdecken. Vertraute Formate treffen dabei auf neue Ideen – und machen das Haus zu einem lebendigen Ort, an dem Vielfalt auf die Bühne gebracht wird.
Jazz, ganz nah dran
Einer der großen Jazzvokalisten unserer Zeit kommt nach Wiener Neustadt: Am 18. November 2026 steht der zweifache Grammy-Preisträger Kurt Elling gemeinsam mit der Lungau Big Band auf der Bühne des Stadttheaters. Elling ist nicht nur ein virtuoser Sänger, sondern auch ein einfallsreicher Improvisator und begnadeter Geschichtenerzähler. Seine Stimme kann kraftvoll aufbrechen und im nächsten Moment das Publikum förmlich umarmen. Den roten Klangteppich dafür rollt die 1983 gegründete Lungau Big Band aus, eines der erfolgreichsten Jazzorchester Österreichs.
Auch danach bleibt der Jazz ganz nah am Publikum: Am 19. Februar 2027 verwandelt sich der Große Saal erstmals in den „JAZZCLUB im Theater“. Gedimmtes Licht, kleine Tische, eine Flasche Wein und entspannte Stimmung schaffen den intimen Rahmen für Marina & The Kats und 2HD. Zwischen Jazz, Swing, Soul und Fusion beginnt der Abend mit lässigem Easy Listening; nach der Pause darf es wilder werden. Getränke und Snacks sind im Parkett ausdrücklich erlaubt.
Theater als Gegenpol
In einer Zeit, in der der nächste digitale Reiz nur eine Fingerbewegung entfernt ist, setzt das Stadttheater bewusst auf das gemeinsame Erleben. Der Vorhang hebt sich. Das Orchester beginnt zu spielen. Das Publikum lacht, staunt und hält gemeinsam den Atem an. Gerade jungen Menschen möchte das Haus einen Gegenpol zur rasanten Social-Media-Welt bieten. Mit einem umfangreichen Programm sowie zahlreichen Projekten für Schulen, Familien und junges Publikum wird das Theater zu einem Ort, an dem Aufmerksamkeit wieder Tiefe bekommt. Nicht als nostalgischer Rückzug aus der Gegenwart, sondern als Einladung, sie bewusster wahrzunehmen.
Volksmusik, die sich nicht still hinsetzt
Am 20. November 2026 heißt es um 19 Uhr: „Logenpolka, 5. Akt!“ Präsentiert von Conny Bürgler, bringt der Abend Volksmusik ins Theater – allerdings ohne Berührungsängste und ohne falsche Feierlichkeit. Die WüdaraMusi fühlt sich auf der Theaterbühne ebenso wohl wie im Wirtshaus. Das Jakob Steinkellner Duo verbindet feurige Rhythmen mit leisen, feinsinnigen Momenten. Im Dreimäderlhaus lassen drei Schwestern aus Niederösterreich die Alpen erklingen, während der Musikverein Lyra den Abend klangvoll komplettiert. Das Ergebnis ist Volksmusik, die Spaß macht: zum Zuhören, Mitsummen und Mittanzen. Tradition wird hier nicht ausgestellt, sondern gelebt.
Weihnachten im Big-Band-Sound
Am 28. November 2026 bringt Karin Bachner mit The Pocket Big Band vorweihnachtlichen Swing ins Stadttheater. Beginn ist um 19.30 Uhr. Songs wie „Have Yourself A Merry Little Christmas“, „Santa Baby“ und „Winter Wonderland“ gehören zum kollektiven Soundtrack des Advents. An diesem Abend dürfen sie jedoch mehr sein als musikalische Hintergrundbegleitung zwischen Terminen und Geschenklisten. In entspannter Atmosphäre entsteht Raum zum Zuhören, Mitsingen und Mitschwingen. Bereits um 18.30 Uhr findet vor dem Theater ein gemeinsames Adventsingen statt. Ein schöner Auftakt für einen Abend, der die oft hektischste Zeit des Jahres für ein paar Stunden in die vielleicht stimmungsvollste verwandelt.




Ein Requiem von zeitloser Kraft
Am 5. Dezember 2026, Mozarts Sterbetag, erklingt um 19.30 Uhr eines der bewegendsten Werke der Musikgeschichte: sein Requiem. Unter der Leitung von Andreas Ottensamer wird die inzwischen junge, aber bereits lieb gewonnene Tradition im Stadttheater fortgesetzt. Ein handverlesenes Gesangsquartett, der Konzertchor Interpunkt und das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich widmen sich gemeinsam diesem monumentalen Weltabschiedswerk. Begleitet von der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg kommt das Requiem bereits zum dritten Mal im Stadttheater Wiener Neustadt zur Aufführung. Es ist Musik von existenzieller Kraft: dunkel und tröstlich, überwältigend und zugleich von großer Klarheit.
INFO:
stadttheater-wn.at









