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Mittwoch, September 28, 2022

„Entsaisonalisiert“

Herbst und Winter stehen für Rückzug, Ruhe und Pausemachen. Die Natur lebt es sowohl in der Pflanzen- als auch in der Tierwelt vor. Denken wir nur an unsere Vorfahren: Im Herbst wurde die Ernte eingebracht und dann kam die winterliche Ruhephase. Im Frühling und Sommer aktiviert sich unser Körper wieder, in der Natur erwacht das Leben.

Doch was leben wir heute? Wir sind „entsaisonalisiert“ – Rückzugsphasen kennen wir kaum, das ganze Jahr über wird Gas gegeben und irgendwann meldet unser Körper: Nein danke, ich will nicht mehr! Unsere Gesellschaft hat sich scheinbar von jahreszeitlichen Zwängen befreit: Klimaanlage, Heizung und ausreichende Beleuchtung sorgen für konstante Umweltbedingungen. Auch das Nahrungsmittelangebot unterliegt kaum noch saisonalen Schwankungen. Fernreisen bieten die Möglichkeit, einer ungeliebten Jahreszeit zu entfliehen.

Zusammenfassend betrachtet arbeiten wir meist erfolgreich gegen unsere biologischen Grundlagen, ignorieren das jahreszeitliche Bedürfnis nach „Regenerierung“ und „Aktivierung“. Jahrelange Ignoranz führt bei vielen zu einer Antwort des Körpers: „Burnout“ – ein körperliches Erschöpfungssyndrom, das zurzeit unglaublich „modern“ ist und viele von uns schachmatt setzt.

Vielleicht sollten wir einfach wieder nach dem Motto „ weniger ist mehr“ leben. Weniger Party, mehr Ruhe. Weniger Facebook, mehr persönlicher Austausch mit „echten“ Freunden, usw. Probieren Sie einfach jetzt in der dunklen Jahreszeit, Ihr Leben ein wenig zu entschleunigen – das ist natürlich ein gewagter Auftrag, wenn man bedenkt, dass der vorweihnachtliche Stress auch bald auf uns zukommt!!

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