Filmtipps von Viennale-Direktorin Eva Sangiorgi

Beitragsbild: © viennale / Alexi Pelekanos

Die Viennale 2026 steht in den Startlöchern und es stellt sich die ewige Frage: Was soll man sich ansehen? Wer könnte darauf besser antworten als die Frau, die das Festivalprogramm so gut kennt wie kaum jemand sonst. Viennale-Direktorin Eva Sangiorgi verrät ihre fünf persönlichen Filmtipps für die Viennale 2026 – von außergewöhnlicher Animation über Fußball und Freundschaft bis zum opulenten Vampirfilm.

WAREWARE WA UCHŪJIN, Kohei Kadowaki, Japan, Frankreich 2026

Ein meisterlicher Film für Kleine und Große, der sich durch seine einfühlsame Darstellung von Jugend und Heranwachsen ebenso auszeichnet wie durch seine herausragende Animationstechnik. Faszinierend ist nicht nur, wie er Mimik und Bewegungen seiner Protagonisten einfängt, sondern auch die Komplexität ihres Innenlebens darstellt sowie die tiefgreifende emotionale Einsicht, die er vermittelt.

© VIENNALE / Wareware wa Uchūjin, We Are Aliens, Kohei Kadowaki, Japan 2026, V26 Features

CANTONA: FLOWER OF EVIL, David Tryhorn, Ben Nicholas, Vereinigtes Königreich 2026

Das Porträt einer Fußballlegende. Éric Cantonas aufbrausendes Temperament ist Teil seines Mythos, doch dieser Film entwirft darüberhinaus das Bild eines mächtigen sportlichen Systems, das den Spieler, der sich stets treu blieb, nie ganz vereinnahmen konnte. In Archivbildern und aktuellen Aufnahmen begegnen wir Cantona, der offen und ohne Zögern von den vielen Leidenschaften erzählt, die ihn antreiben. Darunter die Liebe zum Kino nicht die geringste ist.

© VIENNALE / Cantona: Flower of Evil, Ben Nicholas, David Tryhorn, Vereinigtes Königreich 2026, V’26 Features, Eric Cantona flipping the bird, Tournoi de Paris, Montpellier – Porto, 1989

EKLIPSE, Manuel Wetscher, Österreich, Italien 2026

1999, das Jahr der Sonnenfinsternis. Tomy und Chris, beide 11, 12 Jahre alt, verbringen den Sommer auf der Alm von Tomys Onkel. Dann erfährt Chris, dass Tomys Vater AIDS hat, und die Bergidylle zerbricht: Aus Angst vor Ansteckung rückt er von seinem Freund ab. Mit wenigen Worten und präzisen Blicken und Gesten spiegelt Wetscher im Kleinen eine globale Katastrophe, die, wie der Mond die Sonne, Vernunft und Mitgefühl der Menschen verdunkelte.

© VIENNALE / Eklipse, Manuel Wetscher, Österreich/Italien 2026, V’26 Features, Main Still

DIE BLUTGRÄFIN, Ulrike Ottinger, Österreich, Luxemburg, Deutschland 2026

Ulrike Ottinger, Hohepriesterin des queer-feministischen Kinos, erfüllt sich mit DIE BLUTGRÄFIN einen Lebenstraum: Isabelle Huppert spielt die legendäre ungarische Aristokratin Elisabeth Báthory, die ins todessehnsüchtige Wien reist und dort auf ein Pandämonium komisch-bizarrer Figuren trifft. Eine opulente Vampirfilm- und Genre-Travestie, deren Dialoge Elfriede Jelinek mitgestaltete.

Die Blutgräfin, The Blood Countess, Ulrike Ottinger, Österreich/Luxemburg/Deutschland 2026, V’26 Features © Amour Fou / Petro

EL SER QUERIDO, Rodrigo Sorogoyen, Spanien 2026

Regisseur Esteban (Javier Bardem) bietet seiner Tochter Emilia die Hauptrolle in seinem neuen Historienfilm an – 13 Jahre, nachdem er die Familie verlassen hat. Was wie ein Versuch der Annäherung wirkt, entpuppt sich am Set auf den Kanaren als manipulatives Machtspiel. Estebans tyrannisches Künstlerego bringt die Dreharbeiten ins Wanken, alte Wunden brechen auf… Ein emotional dichtes Drama.

© VIENNALE / El ser querido, The Beloved, Rodrigo Sorogoyen, Spanien 2026, V’26 Features

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