Beitragsbild: Annemarie Andre beim Interview im Schanigarten des Café Jelinek. „Ich habe hier in der Gegend auch einmal gewohnt“. © Bubu Dujmic
Heuer feiert die Gratisbuchaktion ihr 25-Jahre-Jubiläum. Mit Kurzgeschichten von 27 Autorinnen – eine davon stammt von der in Amsterdam lebenden Annemarie Andre. Wir haben mit ihr darüber gesprochen.
Zum Schreiben kam die 1994 in Niederösterreich geborene Autorin Annemarie Andre durch ihre Deutschlehrerin, die sie dazu anregte, sich bei Literaturwettbewerben zu bewerben. Schon bald war sie auch in der Poetry-Slam-Szene unterwegs. Mit ihrem ersten Roman „Nacktschnecken“ über ein Kind, das in prekären Verhältnissen aufwächst, gelang ihr 2024 ein Überraschungserfolg. Über ein Erasmus-Stipendium kam sie nach Amsterdam, wo sie heute im Marketing-Bereich arbeitet. Niederländisch spricht sie inzwischen auch schon perfekt. Soeben ist ihr zweiter Roman – „Vaters Trophäen“ – im Müry Salzmann Verlag erschienen, in dem es um eine junge Frau geht, die plötzlich Erbin ihres abwesenden Vaters wird.
Kurzgeschichten über eine Katzensitterin
Für die Gratisbuch-Aktion „Eine STADT. Ein BUCH.“ schrieb Annemarie Andre eine Kurzgeschichte, die ganz nah an der Gegenwart junger Menschen ist. In „Alles für die Katz“ geht es um die Katzensitterin Jo, die unerlaubterweise bei ihren betuchten Klienten in Wien nicht nur wohnt, sondern dort sogar Partys feiert. Dadurch spart sie sich die Miete für eine eigene Wohnung. Andre: „Eigentlich geht es aber um Einsamkeit. Jo hat nur sehr lose Freundschaften, alles spielt sich bei ihr an der Oberfläche ab. Selbst die Katzen hat sie ja nur für wenige Tage. Einsamkeit ist ein großes Problem in den Großstädten.“ Wie sie auf diese Geschichte gekommen ist? „Ich war selbst eine Zeit lang Katzensitterin und in Amsterdam kenne ich jemanden, der so ähnlich lebt. Da ist auch ein bisschen von der Frustration vieler junger Leute drinnen, die ich schon auch früher viel gespürt habe.“ KI setzt sie nur in ihrem Beruf ein, nicht aber beim Schreiben ihrer Romane: „Das ist für mich ja Vergnügen. Ich brauche was Echtes in meinem Leben!“
27 Kurzgeschichten von 27 Autorinnen
Die Idee hinter dem Jubiläumsband: Diesmal sollten mit Wien verbundene Autorinnen zu Wort kommen. Denn Frauen haben es in der Literatur immer noch schwerer. – Und: Frauen haben unzweifelhaft einen anderen Blick auf die Welt. Wunderbar vielseitige Kurzgeschichten gibt es im Gratisbuch von Annemarie Andre, Theodora Bauer, Kirstin Breitenfellner, Nadja Bucher, Milena Michiko Flašar, Valerie Fritsch, Susanne Gregor, Petra Hartlieb, Monika Helfer, Maja Iskra, Julia Jost, Gabriele Kögl, Verena Levin, Chris Lohner, Beate Maly, Elena Messner, Lydia Mischkulnig, Hannah Oppolzer, Silvia Pistotnig, Petra Piuk, Erika Pluhar, Barbara Rieger, Andrea Roedig, Isabella Straub, Cornelia Travnicek, Anna Weidenholzer und Renate Welsh. „Eine STADT. Ein BUCH.“ dankt den vielen Unterstützern, insbesondere dem Hauptsponsor Wien Energie und der Stadt Wien.
INFO:
einestadteinbuch.at




