Beitragsbild: Die Begrüßung übernehmen Burg-Direktor Stefan Bachmann und Schauspielerin Caroline Peters. © Tommy Hetzel
Das Wiener Burgtheater feiert heuer 250 Jahre. Die größte deutschsprachige Theaterbühne erklärt sich in ihrer „Technikshow“ selbst – inkl. Donner & Blitz, Nebelschwaden und sesselwackelnder Akustik.
Reformkaiser Joseph II. erhob das Theater neben der Burg 1776 per Dekret zum „Teutschen Nationaltheater“. Als der Michaelertrakt der Hofburg umgebaut wurde, musste man 1888 in den neuen, viel größeren und prächtigeren Bau an der Ringstraße übersiedeln. Durchaus mit Wehmut im Publikum – zumal im ersten Jahrzehnt die Akustik grottenschlecht war. Erst ein Umbau brachte Abhilfe, die technischen Hilfsmittel von heute, die auch leise Stimmen im hinteren Zuschauerraum hörbar machen können, standen eben noch nicht zur Verfügung. Nach den Beschädigungen durch den Weltkrieg leistete sich das Theater eine patentierte Weltneuheit, nämlich eine Drehzylinderbühne, die bei einem Durchmesser von 21 Metern vier Versenkungen hat, die bis 8,8 Meter abgefahren werden können. Heute geschieht das natürlich computergesteuert mittels Joystick. Die Bühne selbst ist so groß wie ein durchschnittlicher Supermarkt und kann bis zu 30 Tonnen tragen, was wiederum einer Last von fünf ausgewachsenen Elefanten entspricht. Was man im Publikum natürlich nicht mitbekommt, ist, dass ganze Bühnenbilder verschiedener Produktionen im Bauch der Bühne untergebracht und bei Bedarf nach oben geholt werden können.



Technikshow – jetzt spricht die Bühne
Um das alles einmal stolz zu präsentieren, wurde jetzt die Jubiläumsproduktion „Technikshow: Jetzt spricht die Bühne!“ entwickelt (Regie: Theresa Jarczyk, Text und Konzept: Jeroen Versteele), in der das Publikum die technischen Finessen des Theaters erleben kann. Schneefall und Donnerwetter inklusive. Der Abend dauert etwa eine Stunde (die nächsten Termine stehen noch nicht fest). Nach einer Begrüßung durch Burg-Direktor Stefan Bachmann und Schauspielerin Caroline Peters gehört die Bühne Zeynep Buyraç, die dieser die Stimme gibt. Um auch das sonst Unsichtbare sichtbar zu machen, gibt Karl Heindl, Leiter des Publikumsdienstes und seit 40 Jahren am Haus, in einer Videoeinspielung Einblicke in das Leben unter und über der Bühne. Aber echte Show muss natürlich auch sein: Rebecca Lindauer singt aus Gullivers Reisen, Markus Meyer aus Zu ebener Erde und erster Stock.
Wiener Unikum
Das Burgtheater ist in Wien eine Institution, die Fremden schwer zu erklären ist. So werden Ehrenmitglieder auf der Feststiege aufgebahrt und in einem traditionellen Prozessionszug um das Theater verabschiedet. Aktuell arbeiten rund 500 Mitarbeiter*innen im Burgtheater, von der künstlerischen Leitung bis hin zur Maske, von der Theaterärztin bis hin zu den 150 Bühnenarbeitern. Letztere werken beinahe im Schichtbetrieb, denn schließlich muss jeden Tag ab- und aufgebaut werden.
INFO: burgtheater.at




