Beitragsbild: © Alexander Unger
Ein traditionsreiches Wiener Kaffeehaus, eine tote Influencerin im Schokobottich und mittendrin Polly Adler: Bei der Wiener Kriminacht am 22. Oktober liest Angelika Hager um 19 Uhr in der Café–Konditorei Sluka aus ihrem ersten Polly-Adler-Krimi. Ein Abend, an dem Wiener Kaffeehauskultur auf ziemlich schwarzen Humor trifft.
Wien und der Krimi verstehen sich bekanntlich gut. Noch besser wird die Kombination, wenn sich das Verbrechen dort abspielt, wo die Stadt besonders gern sitzt, liest, diskutiert und beobachtet: im Kaffeehaus. Bei der Wiener Kriminacht am 22. Oktober werden zahlreiche Kaffeehäuser der Stadt zu literarischen Tatorten. In der Café–Konditorei Sluka übernimmt um 19 Uhr Angelika Hager.
Mord trifft Melange
Die Wiener Journalistin ist nicht nur eine scharfe Beobachterin gesellschaftlicher Befindlichkeiten, sondern auch die Frau hinter einer der bekanntesten Kunstfiguren des heimischen Medienbetriebs: Vor rund 30 Jahren erfand sie unter ihrem gleichnamigen Kolumnen-Pseudonym Polly Adler. Aus der Figur entstanden inzwischen Kolumnenbände, eine Bühnenshow und eine TV-Serie. Im echten Leben arbeitet Hager beim Nachrichtenmagazin profil und kuratiert das Literaturfestival „Schwimmender Salon“.
Eine Leiche im Schokobottich
Bei der Kriminacht bringt Hager ihren ersten Polly-Adler-Krimi mit: „Pardon, aber da schwimmt eine Leiche in der Schokolade“, erschienen bei Kremayr & Scheriau. Schon der Titel macht klar: Klassische Mordermittlung ist hier nicht zu erwarten. Polly Adler hat ihren Job bei einem Societymagazin verloren und bewegt sich durch ein Wien zwischen privatem Chaos, gesellschaftlicher Eitelkeit und ziemlich absurden Katastrophen. Eine Bundeskanzlerin sucht Stressabbau bei einem Callboy, Anarchisten bringen den Opernball durcheinander und eine Influencerin landet tot in einem Bottich voller Schokolade. Dazu kommt ein Kommissar mit einem Gesicht „wie ein ungemachtes Bett“.

Hager macht daraus eine rasante Krimikomödie über eine High Society, deren vielleicht wichtigste Währung nicht Geld, sondern Aufmerksamkeit ist. Zwischen Zuckerguss, Traditionskitsch, Gier und Leidenschaft wird Wien selbst zur Hauptfigur – charmant, selbstverliebt und mit genügend Abgründen für einen Mordfall.
Auf der Shortlist für den Wiener Krimipreis
Dass hinter dem Humor auch ein präziser Blick auf Wiener Gesellschaft und Medien steckt, macht den Roman besonders interessant. Angelika Hager ist mit ihrem Polly-Adler-Krimi für den Wiener Krimipreis 2026 nominiert und steht auf der Shortlist. Die Lesung bei der Kriminacht bietet die Gelegenheit, eine der Nominierten live zu erleben – und zwar in einem Setting, das kaum besser zu diesem Buch passen könnte.
K.u.K. trifft Krimikomödie
Denn mit der Café–Konditorei Sluka bekommt der Abend eine ordentliche Portion Wiener Tradition. Seit mehr als 125 Jahren steht das Haus für Kaffeehaus- und Konditoreikultur. Als ehemaliger K.u.K. Hoflieferant ist Sluka eng mit der Geschichte der Stadt verbunden und pflegt dieses Erbe bis heute. An seinen Standorten verbindet Sluka klassisches Wiener Kaffeehausambiente mit Konditoreikunst: vom Frühstück und Mittagessen über kleine Kaffeehausgerichte bis zu Torten, Petits Fours und Wiener Kaffeespezialitäten. Ein Ort also, an dem man normalerweise bei Melange und Mehlspeise zur Ruhe kommt. Am 22. Oktober könnte der Blick auf die Schokolade allerdings ein klein wenig misstrauischer ausfallen…
Ein Abend für Krimifans – und solche, die es werden wollen
Wer Lust auf pointierte Gesellschaftssatire, Wiener Schmäh und einen Krimi hat, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt, sollte vorbeischauen. Angelika Hager liest am 22. Oktober um 19 Uhr in der Café–Konditorei Sluka bei der Wiener Kriminacht. Melange bestellen, Platz nehmen und lauschen.
INFO:
kriminacht.at

© Sluka

© Sluka



