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Montag, Juni 27, 2022

Lebenshilfe

Kommen drei Männer – verkleidet als heilige drei Könige – daher und fragen ob sie (alle drei) sich auf meinen Schoss setzen dürfen. Ich denke mir erst „naja, schon eher ungewöhnlich", lasse sie aber gewähren. Nach zwei Stationen holt Balthasar (der mittlere der drei Herren) einen aufblasbaren russischen Panzer aus seinem Plastiksackerl, bläst ihn auf und fährt damit davon. Die anderen beiden Könige habe ich mit in die Arbeit genommen und seitdem wohnen sie im Kopierer im Fach für das A4 Papier. Zugegeben: die Geschichte stimmt nicht ganz, aber sie hat einen wahren Hintergrund: Ich fahre mit der Ubahn in die Arbeit. Ich stehe auch nicht an, einzugestehen, dass ich einfach ein wenig Aufmerksamkeit erregen wollte. Ein wenig Glanz in mein und unser alles so ereignisloses Leben bringen. Ist mir das für ein paar Sekunden gelungen? Ich meine, die Geschichte ist schon deutlich besser als „Ich bin in die Arbeit gefahren, in der Ubahn roch es nach ranziger Pizza und dann bin ich ausgestiegen." Nicht? Na gut, war ein Versuch. In einer Welt voller Social Media, Werbung und Marketing muss jeder schauen wo er bleibt. Auffallen ist die Devise, sich aus der grauen Masse herausheben. Nehmen Sie sich ein Beispiel am Papst: Gute Kleidung, lässiges Auto, einzigartiger Stil. Weil mir der Service Charakter dieser Kolumne sehr am Herzen liegt: Gehen Sie doch mal als Superman verkleidet ins Büro. Oder als Indianer (Pirat, Baumeister, Blume, Prinzessin,…was Ihnen gefällt). Setzen Sie sich unter den Tisch statt davor. Legen Sie sich einen Kranz Extrawurst auf den Kopf. Das fällt jedem Personalchef auf. Garantiert. Und wenn Sie dann Karriere machen und auf Grund meiner Ratschläge sehr viel Geld verdienen, denken Sie halt an mich. Würde mich freuen. Geteilte Freude ist ja doppelte Freude. In dem Sinn: Toi toi toi!

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