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Montag, August 15, 2022

Liaison mit dem Tod

Der Tod muss ein Wiener sein. Die Sehnsucht nach dem Tod hat in Wien Heimatrecht, sagt man. Sigmund Freud entdeckte hier den Todestrieb, allein in den Katakomben des Stephansdoms liegen 11.000 Leichen – Knochen auf Knochen kunstvoll übereinander gestapelt – und im Bestattungsmuseum konnte man einmal im Jahr Sarg-Probeliegen. Die Habsburger wurden nach ihrem Dahinscheiden gerecht im ersten Wiener Bezirk verteilt: Die kaiserlichen Innereien fanden nach dem Requiem ihre letzte Ruhe im Stephansdom, das Herz kam in die Augustiner- und der einbalsamierte Körper in die Kapuzinergruft. Wahrlich, a scheene Leich.

Sterben auf wienerisch… Die Patschn streckn, a Bankl reißen, in den Holzpyjama hauen, die Erdäpfel von unten anschauen – der Wiener liebt den Tod und hat unzählige Ausdrücke fürs o‘kratzn.

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