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Freitag, Mai 24, 2024

Rückkehr zu mehr Regelmäßigkeit bei den Öffis

Bild: ©Manfred Helmer

Die Wiener Linien schnüren ein Fünf-Punkte-Programm zur Stabilisierung der Intervalle und Bewältigung des Personalmangels.

Wer täglich mit dem Bus oder der Straßenbahn in Wien unterwegs ist, hat die zum Teil längeren Wartezeiten bestimmt schon bemerkt. Obwohl die Wiener Linien in den vergangenen Jahren die Zahl der Ausbildungsplätze fast verdoppelt haben, fehlen derzeit rund 100 Buslenker*innen sowie 100 Straßenbahnfahrer*innen. Die großen Veränderungen am Arbeitsmarkt sind derzeit sehr spürbar. Hinzu kommt eine besonders starke Krankheitswelle, welche die Personalsituation diesen Winter zusätzlich erschwert. Um die gewohnte Regelmäßigkeit sowie Verlässlichkeit zu gewährleisten, haben die Wiener Linien ein Fünf-Punkte-Programm zur kurzfristigen Stabilisierung der Intervalle und langfristigen Bewältigung der Situation zusammengestellt.

Ausbildungsoffensive
Die gesamte Fahrdienstausbildung dauert je nach Vorqualifikation zwischen einem und drei Monaten. Seit kurzem wird auch eine Sprachförderung angeboten. Um mehr Lernzeit zu schaffen, wurden die Schulen um fünf Tage verlängert. Außerdem können Bewerber*innen, deren Deutschkenntnisse für die Absolvierung der Ausbildung nicht ausreichen, bereits vorab einen zehnwöchigen Deutschkurs in der Arbeitszeit besuchen. Bei entsprechendem Interesse bieten die Wiener Linien zusätzliche Bim-Schulen nur für Frauen an.

Bezahlung
Mit Jahresbeginn wurden die Fahrdienstgehälter um brutto 210 Euro pro Monat angehoben, auch die Zulagen wurden zum Teil wesentlich erhöht. Für jede geleistete Überstunde gibt es im Fahrdienst nun eine Prämie in der Höhe von drei Euro zusätzlich zu allen gesetzlichen Zuschlägen. Langfristig wurde eine Arbeitszeitreduktion von 37,5 auf 35 Wochenstunden bei gleichbleibender Bezahlung vereinbart. Weitere Verbesserung bei der Diensteinteilung werden derzeit geprüft. Im Straßenbahnbetrieb setzen die Wiener Linien verstärkt auf Teilzeitkräfte.

Recruiting
Die Kommunikationskampagnen der Wiener Linien zeigen erste Erfolge und werden weiter intensiviert. Mitarbeiter*innen der Wiener Linien, die erfolgreich neue Kolleg*innen anwerben, werden zudem mit je 1.000 Euro belohnt.

Intervalle
Eine weitere Ausdehnung der Intervalle bei Bim und Bus soll eine bestmögliche Rückkehr zu mehr Regelmäßigkeit bringen und das Personal entlasten. Dabei werden nur die Abfahrten außerhalb der Morgenspitze gestreckt. Betroffen sind ausschließlich weniger frequentierte Strecken innerhalb schlechter ausgelasteter Zeiträume. Rund 97 Prozent des Fahrplans werden weiterhin unverändert angeboten. 

Evaluierung
Gemeinsam mit externen Partnerunternehmen werden in den kommenden Monaten die Kapazitäten und Dienstplanung der Wiener Linien analysiert, um nach Optimierungspotenzial zu suchen. Bis Herbst dieses Jahres soll es mithilfe dieser fünf Punkte zu einer Verbesserung der Personalsituation kommen und somit auch zu einer Rückkehr zu den gewohnten Intervallen. „Das Jahr 2023 steht im Zeichen der Problemlösung“, betont Geschäftsführerin Alexandra Reinagl. Die aktuelle Situation zu verbessern, habe für sie und ihr Team oberste Priorität.

Interesse? Komm am 27. Februar zu House of Jobs und bewirb dich direkt!

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