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Mittwoch, April 24, 2024

Vorhang auf für Wiens „große Töchter“

Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál (zweite von links) gemeinsam mit der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures (rechts), den Gemeinderätinnen Dolores Bakos (links) und Marina Hanke (Mitte) sowie Reinhardt Lobe, dem Sohn der geehrten Autorin Mira Lobe. – ©David Bohmann/PID

Die Pionierinnengalerie „Wien. Stadt der großen Töchter“ stellt im Arkadenhof des Wiener Rathauses außergewöhnliche Frauen, ihr Engagement, ihr Handeln und ihre Leben in den Mittelpunkt. Anlässlich des Frauentages am 8. März wurden zwei neue Tafeln für Ruth Maier und Mira Lobe enthüllt. Mira Lobe hat durch ihre vielen fantasievollen Kinderbücher Berühmtheit erlangt, Ruth Maier wurde im Alter von nur 22 Jahren von den Nazis ermordet und nach ihrem Tod durch die Publikation ihrer Tagebücher berühmt.

„,Die großen Töchter‘ der Pionierinnengalerie sind Vorreiterinnen, die abseits von Rollenbildern ihren eigenen Weg gegangen sind. Mit ihrer Stärke und ihrem Mut sind sie Vorbilder. Wir wollen Mädchen und junge Frauen stärken und ihnen mitgeben: Traut euch alles zu!“, so Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál. Und: „Eine der beiden neuen Pionierinnen ist Ruth Maier, die von den Nazis ermordet wurde. Sie war eine mutige junge Frau, die uns mit ihren Briefen und Tagebüchern einen wertvollen Einblick in ihre Gedankenwelt hinterlassen hat“, betonte Gaál bei der Enthüllung der Pionierinnentafeln.

Ruth Maier (1920-1942) war eine österreichische jüdische Emigrantin, die während des Nationalsozialismus im Jahr 1939 nach Norwegen geflüchtet ist. Als junge Frau wurde sie im Jahr 1942 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Bekannt wurde sie für ihre umfangreichen Tagebücher und Briefe, weswegen sie auch „die österreichische Anne Frank“ genannt wurde. Im Jahr 2014 wurden die Tagebücher von Ruth Maier Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes. „Leute verschwinden. Ich möchte leben. Und etwas hinterlassen, ein Dokument, dass ich da war. Ein großes, schönes Werk“, schrieb Ruth Maier in ihren Tagebüchern.

Mira Lobe (1913-1995) war eine österreichische Kinderbuchautorin, deren vielfältige Geschichten große Berühmtheit erlangt haben. Mit Geschichten wie „Die Omama im Apfelbaum“, „Das kleine Ich bin Ich“, „Valerie und die Gute Nachtschaukel“ oder „Die Geggis“ hat Mira Lobe nicht nur die literarische Szene in Österreich und darüber hinaus geprägt, sondern auch ganze Generationen von Kindern nachhaltig beeinflusst. 1936 flüchtete sie vor dem Nationalsozialismus nach Palästina, wo sie erste Bücher in hebräischer Sprache verfasste. 1950 kam Mira Lobe mit ihrer Familie nach Wien. Im Laufe ihres Lebens hat Mira Lobe mehr als 100 Kinder- und Jugendbücher verfasst, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Im Mittelpunkt ihrer Bücher stehen oft „Außenseiter*innen“, Menschen die „anders“ sind und das Überwinden von Vorurteilen. Sie ist mehrfache Trägerin des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises und des Kinder- und Jugendbuchpreises der Stadt Wien.

Besichtigt werden können „Wiens große Töchter“ noch bis 31. März 2023 im Arkadenhof des Wiener Rathauses.

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