Beitragsbild: © Elisabeth Lechner
Am 26. März wurde Österreich wieder zum Resonanzraum für Geschichten. Zum neunten Mal lud der Österreichische Vorlesetag dazu ein, innezuhalten, zuzuhören – und vorzulesen. Was nach einer einfachen Geste klingt, entfaltete auch heuer seine ganze Kraft: Tausende Menschen beteiligten sich an der Initiative des echo medienhaus und machten sichtbar, wie sehr Lesen verbindet – Generationen, Lebenswelten und Perspektiven.
Auftakt mit Haltung
Der Tag begann mit einer Pressekonferenz, die mehr war als ein symbolischer Startschuss. Bildungsminister Christoph Wiederkehr stellte gemeinsam mit Christian Pöttler, Thomas Brezina und Lesepatin Elisabeth Rathbauer klar: Leseförderung ist kein Randthema, sondern ein Fundament.
Im Zentrum stand eine ebenso einfache wie kraftvolle Idee: Sprache schafft Chancen. Lesen wurde dabei als „soziale Superkraft“ beschrieben. Wer liest, versteht. Wer vorgelesen bekommt, fühlt sich gesehen. Zwischen den Zeilen entstehen Empathie, Fantasie und neue Blickwinkel auf die Welt. Was an diesem Vormittag deutlich wurde: Es geht nicht um kurzfristige Signale, sondern um nachhaltige Strategien. Lesekompetenz wird als Schlüssel gedacht – für Bildung, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Geschichten überall
Und dann wurde gelesen. Überall. Mit knapp 11.000 registrierten Vorleseaktionen erreichte der Vorlesetag 2026 eine neue Dimension. Klassenzimmer wurden zu Bühnen, Bibliotheken zu Begegnungsorten, Supermärkte zu kleinen Kulturinseln.
So verwandelte der ESC-Kandidat Cosmó eine Lesung im BILLA Plus in ein interaktives Erlebnis – inklusive Tanz zur Choreografie seines Songs „Tanzschein“. Im Wiener Rathaus griff Stadtrat Jürgen Czernohorszky zum Kinderbuchklassiker „Das kleine Ich bin Ich“ und zeigte, wie zeitlos gute Geschichten sind.
Auch abseits der großen Bühnen entstanden besondere Momente: Wiesn-Kaiser Johann I las vor einer Kindergartengruppe ebenso wie in einem Pensionistenheim – und schlug damit eine Brücke zwischen den Generationen. Die junge Autorin Aline Tosch wiederum brachte Spannung in Klassenzimmer und las aus ihrem aktuellen Buch „Der rote Pool von Samui“.
Ein Abend, der nachhallt
Seinen Ausklang fand der Tag auf der Summer Stage in Wien. Rund 100 Gäste, Partner*innen und Unterstützer*innen kamen zusammen, um das Erlebte zu teilen und weiterzudenken. Im Zentrum stand Ali Mahlodji, der in seiner Keynote daran erinnerte, worum es eigentlich geht: Lesen schafft Verbindung. Zwischen Menschen, zwischen Ideen – und zwischen Gegenwart und Zukunft.
Es war ein Abend der leisen Töne, aber klaren Botschaften. Einer, der zeigte, dass der Vorlesetag längst mehr ist als ein Aktionstag. Er ist ein Versprechen. Getragen wird dieses Versprechen auch von starken Partnern wie der APG und der Wiener Städtischen Versicherung – und von all jenen, die sich Zeit nehmen, um vorzulesen.
Denn vielleicht beginnt Veränderung genau dort: bei einer Stimme, die eine Geschichte erzählt – und jemandem, der zuhört.

© Elisabeth Lechner

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