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Wien
Donnerstag, Juni 30, 2022

VORstellung: Kunst

Claudia Feyerl, Daniel Feyerl und Veronika Bayer sind Quereinsteiger, die ihren bürgerlichen Beruf an den Nagel gehängt haben: Eine Ärztin, ein Consulter und eine Chemikerin entschlossen sich vor vielen Jahren, ihre Träume zu leben und die Themen, die sie bewegen, aus den verschiedensten Perspektiven und mit unterschiedlichsten Methoden zu beleuchten. Sie arbeiten und leben als eine Einheit und entfalten durch ihre verschiedenen Sicht- und Denkweisen vielschichtige Arbeiten mit tiefgehenden Überlegungen. In ihren Werken spiegeln sich die Fragen um das menschliche SEIN und des Kunst SEINs in deren überwältigender Vielfalt. Immer wieder werden diese aus einer neuen Perspektive betrachtet und in einem anderen Kontext gesehen, stets verborgen hinter dem schönen Schein ablenkender Ästhetik, durch die man sich erst hindurchdenken muss. Kunst als ästhetisierte Philosophie, wie der Sammler und Mäzen G. Groth so tre end schreibt. So traten sie mit ihrer Ausstellung „Das Geheime Kabinett II“ (2013) gleichermaßen gegen die Zensurversuche des mächtigen italienischen Kulturministeriums sowie des Nationalmuseums in Neapel an, indem sie die antiken erotischen Fresken aus Pompeji mit mutigen zeitgenössischen Protagonisten belebten. Dabei konnten der Erfinder der Antibabypille, Carl Djerassi, die Eurovision Song Contest-Gewinnerin Conchita Wurst oder auch Aktionist Hermann Nitsch für das Projekt gewonnen werden und zeigten sich in hocherotischen Posen.

Es ist Teil des Konzepts der Gruppe, mit aktiven und inspirierenden Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenzuarbeiten. Im Wissen, dass MenschSEIN nur aus der Geschichte zu verstehen ist, sind sie sich bewusst, dass sie auf den Schultern von großen Vorgängern stehen. Nur so könne man weiter vorausblicken, so das Team. Aus gemeinsamen Aktivitäten mit anderen schöpfen sie viel Inspiration, und so ist die gemeinsame Arbeit an Projekten mit Gastkünstlern eine wichtige Bereicherung, was sich auch im „[:]“ ihres Namens widerspiegelt.

Frei nach Marcel Duchamps Ausspruch „Der Betrachter vervollständigt das Kunstwerk“ sind die sogenannten „Einschreibungen“ zu einem von TEAM[:] niels Erkennungszeichen geworden: Das Ausstellungspublikum wird ausdrücklich aufgefordert, sich in die Werke einzubringen. Besucher können auf den Bildern ihre Statements, Kritiken und Zeichnungen hinterlassen. So entsteht nicht nur ein spannender Dialog zwischen Werk und Betrachter, sondern auch zwischen den Besuchern selbst. Und natürlich geht es dabei auch um die zentrale Frage, wie unantastbar ein Kunstwerk ist, und wann es eigentlich fertig ist.

 

Bei der Entstehung ihrer Arbeiten beschränken sich die Künstler aber nicht auf ein Medium, vielmehr „wird verwendet, was das Projekt verlangt.“ In vielen Arbeiten wurden sie von hilfreichen Partnern unterstützt, wie zum Beispiel von der TU Wien. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Prof. Kropatsch entwickelten sie für das Projekt „I TOLD YOU“ eine Flugdrohne mit Gesichtserkennung, daraus entstehen gerade zwei wissenschaftliche Arbeiten (B. Artmüller, B. Kovacs). Nach einem Zwischenstopp bei der Viennafair nimmt TEAM[:]niel an dem von Manuel Gras kuratierten Projekt „Ho urg: Ein Stück Geschichte“ teil, bei welchem 2.000 Kunstwerke von Bundespräsident Heinz Fischer verschenkt werden. Ein weiteres Projekt ist „100 Wächter“, welches in Zusammenarbeit mit der Galerie The House Gras realisiert wurde und im Rahmen der Leistungsschau des österreichischen Bundesheeres am Nationalfeiertag auf dem Heldenplatz gezeigt wird.

 

 

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