„Warum tue ich mir das an?“ das fragen sich manche derzeit. Vielleicht irgendwo zwischen Prater und Selbstzweifel. Die Antwort kommt aber gleich in den Kopf: „Weil ich dabei sein und wissen will, ob ich es schaffe.“ Dabei sein ist für viele alles, ins Ziel kommen das Ziel.
Und wer nicht selbst läuft, feuert die anderen an. Viele von uns, die selbst nicht mitlaufen, merken trotzdem, dass Marathon ist. Hubschrauber kreisen dann vormittags über der Stadt, Menschen laufen vorbei. Ein besonderes Highlight heuer: der Start am Vortag des Marathons im Goldenen Saal des Musikvereins mit den Wiener Symphonikern. Einen der Plätze im Orchester – und auf der Startlinie – hat Aaron Gruen. Er ist Cellist und mit seiner Lauf-Leidenschaft Österreichs Marathonrekordhalter und wird beim Vienna City Marathon 2026 erstmals einen Marathon auf heimischem Boden laufen. Der 26-Jährige hat heuer im März in der Nähe von New York als erster Österreicher die Marke von 2:10 Stunden im Marathonlauf unterboten.
Ob er es auch diesmal schaffen wird, können Sie live an der Strecke oder auch via ORF mitverfolgen. Davor begleiten wir vom ORF Wien auch einige Sportler bei ihren Vorbereitungen. Mehr als 13.000 Starterinnen und Starter sind heuer gemeldet, Marathon und Halbmarathon seit Monaten ausgebucht. In den Anfängen des Spektakels war das noch anders: Bei der Premiere 1984 waren – aus heutiger Sicht – recht überschaubare 1.600 Läuferinnen und Läufer am Start. Der erste Sieger war der Tscheche Karel Lhota.
Ein Jahr später feierte Österreich seinen ersten Triumph: Gerhard Hartmann, ein Werkzeugmacher aus Tirol, gewann 1985 und setzte damit den ersten österreichischen Rekord beim Marathon. Hartmann triumphierte dann noch zwei Mal in Folge. Seine Zeit von 2:12:22 Stunden ist mehr als 20 Jahre lang österreichischer Rekord geblieben. Vielleicht gibt es heuer wieder einen Rekord, oder sogar mehrere. Darunter ganz persönliche. Und wer nicht selbst mitläuft, kann von zu Hause aus den anderen zuschauen und dabei die schönen Bilder unserer Stadt genießen. Dabei sein geht auch so.



