Beitragsbild: © Sandra Oblak
Sie lesen einen Nachruf von Kulturredakteur Helmut Schneider
Bestürzt lesen wir die Bekanntgabe des Hanser Verlages: „Monika Helfer ist am 02. August 2026 nach einem Sturz überraschend gestorben. Sie hat Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht und erhielt zahlreiche Auszeichnungen u.a. das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Thema ihrer Bücher waren oft schwierige Familienbeziehungen, wobei sie einen besonderen Fokus auf die Kinderperspektive legte.
Einer großen Leserschaft bekannt wurde Monika Helfer mit dem Roman »Die Bagage« (2020), der die Geschichte ihrer Großeltern und deren Kinder erzählt, besonders die ihrer Mutter Grete. Nach diesem Bestseller folgte der autofiktionale Familienroman »Vati« (2021), in dessen Mittelpunkt ihr Vater als Büchermensch steht. Darin schreibt sie auch über ihre Kindheit und beleuchtet die Beziehungen zu ihren beiden Schwestern sowie zu ihrem Bruder. In »Löwenherz« (2022), dem dritten Teil der Familientrilogie, verarbeitet sie das Leben und den verfrühten Tod ihres Bruders Richard. 2023 erschien mit »Die Jungfrau« ein Roman über die lebenslange Freundschaft zwischen Monika und ihrer Schulfreundin Gloria. 2025 erschienen »Der Bücherfreund“ (mit Illustrationen von Kat Menschik), der Gedichtband »Bitte schick mir eine Droge« sowie die Erzählung »Wer bist du«, illustriert von Kat Menschik. Monika Helfer wuchs in Vorarlberg auf, hatte vier Kinder, zwei mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier, mit dem sie seit 1981 verheiratet war.“
Monika Helfer ist eine von 27 Autorinnen im heurigen Aktionsbuch von „EineSTADT.EinBUCH“. Ihre Erzählung „Die Ruferin“ war eine der ersten, die in der Redaktion einlangten. Ausgehend von Figuren auf dem Dach der Otto-Wagner-Wohnhäuser beim Naschmarkt tritt darin die Erzählerin in einen Dialog mit ihrer Nichte. Helfer war heuer auch Gast bei unserem Literaturevent „Rund um die Burg“ und hat uns bei vielen Gelegenheiten wie dem Österreichischen Vorlesetag unterstützt. Ihr Verleger Jo Lendle hat sehr treffend über sie geschrieben: „Monika Helfer hat mit ihrer geraden, klaren, wahrhaftigen Literatur die Welt lebendiger gemacht. Mit ihrem Tod verlieren wir Schönheit.“ Denn Monika Helfers Werke zeichnen sich durch ihre klare Sprache aus, Ausschweifungen waren ihr fremd. Deshalb sind ihre Romane, Erzählungen und Gedichte so einzigartig und in ihrer Wirkung so kraftvoll. Wir werden sie vermissen!
Ein Buchtipp: Die Erzählung „Der Bücherfreund“, in dem sie knapp und prägnant die Liebe ihres Vaters zu seinen Büchern schildert.







