„Meeting The Buddha“: Wie zwei Hippies den Buddhismus in den Westen brachten

Beitragsbild: © Meeting The Buddha

Von Kopenhagen über Tibet bis nach Mexiko-Stadt: Die preisgekrönte Dokumentation „Meeting The Buddha“ erzählt von einer außergewöhnlichen Begegnung, die zur Geschichte des modernen Buddhismus im Westen wurde. Ab 25. September ist der Film von Marta György-Kessler österreichweit im Kino zu sehen.

Sie waren Globetrotter, gelegentliche Drogenschmuggler und Kinder einer Generation, die Ende der 1960er-Jahre nach neuen Lebensentwürfen suchte. Wenige Jahre später sollten Hannah (1946–2007) und Lama Ole Nydahl (1941–2026) zu wichtigen Vermittlern des tibetischen Buddhismus im Westen werden.

Gemeinsam gründete das dänische Paar rund 600 Meditationszentren in mehr als 80 Ländern – von Mexiko-Stadt bis Wladiwostok. Wie es dazu kam und welche entscheidende Rolle dabei die Begegnung mit einem der bedeutendsten tibetischen Meditationsmeister des 20. Jahrhunderts spielte, erzählt Regisseurin Marta György-Kessler in ihrem Dokumentarfilm „Meeting The Buddha“.

Eine Begegnung, die alles veränderte

Im Zentrum des Films steht Rangjung Rigpe Dorje (1924–1981), der 16. Karmapa und geistiges Oberhaupt der Karma-Kagyü-Linie. Nach seiner Flucht aus Tibet errichtete er im indischen Sikkim mit dem Kloster Rumtek einen neuen Hauptsitz im Exil. Dort kreuzten sich schließlich die Wege des Karmapa und des jungen dänischen Paares. Eine Begegnung, aus der eine intensive Lehrer-Schüler-Beziehung entstand – und die wesentlich dazu beitrug, buddhistische Lehren einem westlichen Publikum zugänglich zu machen.

„Hannah und Ole waren die glücklichsten Hippies auf der Welt“, beschreibt Shamar Rinpoche, einer der höchsten Lamas der Kagyü-Tradition, das ungewöhnliche Paar im Film.

Buddhismus zwischen Tradition und Moderne

„Meeting The Buddha“ will dabei mehr sein als ein Porträt dreier außergewöhnlicher Persönlichkeiten. Auf 144 Minuten zeichnet die Dokumentation nach, wie sich der tibetische Buddhismus unter den Bedingungen von Exil, gesellschaftlichem Wandel und kultureller Übersetzung im Westen verbreitete. György-Kessler verbindet dafür Interviews und Animationen mit bislang unveröffentlichtem historischem Filmmaterial. Im Mittelpunkt steht immer wieder die Frage, wie spirituelles Wissen von einer Generation an die nächste und von einem Kulturraum in einen anderen weitergegeben werden kann.

Die Regisseurin bringt dabei auch ihre eigene Perspektive mit. „Da ich selbst Buddhistin bin, finde ich die Lebensgeschichten dieser Lehrer zutiefst inspirierend“, sagt Marta György-Kessler. „Die Geschichten aus dem wirklichen Leben von Meditationsmeistern sind für uns alle bewegend und ermutigend, ganz gleich, ob wir eine bestimmte spirituelle Perspektive vertreten oder nicht.“

© Meeting The Buddha

Ein Film wird zum Vermächtnis

Kurz vor dem österreichischen Kinostart bekam die Dokumentation eine zusätzliche historische Dimension. Lama Ole Nydahl starb am 18. Mai 2026. Das österreichische Filmmagazin „Celluloid“ bezeichnet „Meeting The Buddha“ deshalb auch als „Vermächtnis einer Lebensarbeit“.

International hat der Film bereits für Aufmerksamkeit gesorgt. Seit seiner Weltpremiere im September 2025 wurde die Produktion bei zahlreichen Festivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet. Zu den Ehrungen zählen unter anderem Regiepreise beim Awareness Film Festival, Cine Paris Film Festival und Berlin Indie Film Festival sowie Auszeichnungen beim Chicago Women Film Festival, den IndieFEST Film Awards, den Impact DOCS Awards und dem Royal Starr Film Festival.

Österreich-Premiere in der Urania

In Österreich feiert „Meeting The Buddha“ am Donnerstag, 24. September 2026, um 20 Uhr im URANIA CEENEMA in Wien Premiere. Regisseurin Marta György-Kessler und Mitglieder des Filmteams werden persönlich anwesend sein. Ab Freitag, 25. September, startet der Film österreichweit in den Kinos. Im Oktober folgt eine bundesweite Kinotour mit Q&As und persönlichen Gesprächen mit Beteiligten des Films. In Niederösterreich macht die Tour unter anderem am 10. Oktober im Cinema Paradiso Baden sowie am 17. Oktober im Cinema Paradiso St. Pölten Station. Bei beiden Vorstellungen ist Filmautor Tobias Doerr zu Gast.

„Meeting The Buddha“ erzählt damit nicht nur von Buddhismus und Spiritualität. Es ist auch die Geschichte einer kulturellen Begegnung – zwischen Tibet und Europa, Tradition und Aufbruch, Lehrer und Schüler. Und von zwei Menschen, deren Suche Ende der 1960er-Jahre begann und sie schließlich weit über die Grenzen ihrer eigenen Generation hinausführte.

INFO:
Meeting The Buddha
Dokumentarfilm von Marta György-Kessler
Großbritannien, 2025 | 144 Minuten | OmU
Österreich-Premiere: 24. September 2026, 20 Uhr, URANIA CEENEMA Wien
Österreichweiter Kinostart: 25. September 2026

Carla Hoffmann
Carla Hoffmann
Redakteurin Vormagazin

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