Gudrun Nikodem-Eichenhardt alias „Die Steirische Eichin“ bringt mit „Die japanische Schreivase“ ihr erstes Kabarett-Solo auf die Bühne – singend, sinnierend und saukomisch zwischen Herkunft, Wut und Selbstermächtigung.
Eine japanische Vase, die man anschreien darf? Das klingt nach Therapiegerät, ist aber der Ursprung eines ganzen Kabarettabends. Gudrun Nikodem-Eichenhardt, bekannt als „Die Steirische Eichin“ und „Kernölamazone“, steht mit „Die japanische Schreivase“ erstmals solo auf der Bühne. Regie führt Petra Dobetsberger, für die Musik sorgen Alexander Leitsoni und Michael Schallmayer.
Die Grundfrage des Abends ist ebenso schräg wie einleuchtend: Was ist eigentlich eine Schreivase – und warum ist ausgerechnet sie schuld daran, dass es dieses Programm überhaupt gibt? Wer die südweststeirische Sängerin kennt, weiß: Solchen Fragen geht sie nicht aus dem Weg, sondern springt mit viel Humor mitten hinein.
Vom Pfarrhof auf die Bühne
Aufgewachsen in einer Lehrerinnen-Dynastie in St. Stefan ob Stainz, hat Nikodem-Eichenhardt am Konservatorium der Stadt Wien Musical studiert und daraus ihre eigene Kabarettgruppe, die Kernölamazonen, gegründet. Mit der „Schreivase“ wagt sie nun den Schritt vom Ensemble zum Soloprogramm – und nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch Herkunft, Wut, Neugier und Selbstermächtigung. Klingt schwer, wird aber, ganz eichin-typisch, leicht serviert: mit Gesang, Situationskomik und einer gehörigen Portion Selbstironie.
Singen, sinnieren, lachen
Was das Programm von klassischem Erzählkabarett unterscheidet, ist die musikalische DNA der Künstlerin. Nikodem-Eichenhardt ist nicht nur Kabarettistin, sondern auch ausgebildete Gesangscoachin – ihre Lieder sind daher kein Beiwerk, sondern tragendes Element der Dramaturgie. Zwischen pointierten Songtexten und enorm lustigen Alltagsbeobachtungen entsteht ein Abend, der unterhält, ohne die ernsteren Untertöne zu verschweigen.
Für alle, die Kabarett lieben, das mehr will als nur Pointen abliefern: „Die japanische Schreivase“ ist der Beweis, dass man mit Wut auch wunderbar unterhalten kann – solange man sie singend statt schreiend verarbeitet.
INFO & TERMINE:
15.9.2026, 19.30 Uhr, CasaNova Vienna
3. & 4.10.2026, 19 & 17 Uhr, Kulturzentrum Alte Schule, Poysbrunn
19.11.2026, 19.30 Uhr, Bettfedernfabrik, Oberwaltersdorf



