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Montag, November 28, 2022

An den Randzonen der Zivilisation – Unseen Places im Kunst Haus Wien

Bild: ©Gregor Sailer

Das KUNST HAUS WIEN der Wien Holding präsentiert noch bis 19. Februar 2023 „Unseen Places“, die erste große Ausstellung von Gregor Sailer (im Beitragsbild zu sehen) in Österreich. Sailer zeigt in seinen Fotoarbeiten ungewöhnliche Bauten an den Randzonen menschlicher Zivilisation. Der Künstler interessiert sich für die Veränderung von Landschaft durch den Menschen sowie die politischen, militärischen und wirtschaftlichen Implikationen von Architektur. Ein Video zur Ausstellung finden Sie HIER.

Das führt ihn in unwirtliche Weltgegenden, Potemkinsche Dörfer und an Orte, die nur für wenige Menschen erreichbar und zugänglich sind. Die Arbeiten Gregor Sailers verlangen monatelange Recherchearbeit und Aufenthalte unter extremen Bedingungen.

Unwirtliche Weltgegenden, Potemkinsche Dörfer und Orte, die nur für wenige Menschen erreichbar und zugänglich sind hat Gregor Sailer fotografiert. – ©Gregor Sailer

Von der Arktis bis zur Atacama-Wüste

Für seine jüngste Serie „The Polar Silk Road“ unternahm Sailer mehrere Expeditionen in die Arktis. Mit diesem umfangreichen Projekt dokumentiert er den globalen Machtkampf um diese ökologisch, ökonomisch und sicherheitspolitisch höchst relevante Weltregion. Das aktuelle Ringen um territoriale Ansprüche und neue Rohstoffe ist auch eine Folge des Klimawandels, denn die Eisschmelze ermöglicht neue und vor allem viel kürzere Schiffsrouten, die einen enormen Wettbewerbsvorteil schaffen.

Die Werkgruppe „The Box“ zeigt einen sonst unzugänglichen Bergwerksstollen in den Tiroler Alpen, der während des Zweiten Weltkriegs als gigantische unterirdische Fabrik genutzt wurde. In der sogenannten Messerschmitthalle wurden Zwangsarbeiter*innen für den Bau von Kampfflugzeugen eingesetzt.

Eine Diamantenmine in Russland, Flüchtlingsstädte in der Sahara, Bohrinseln im Kaspischen Meer oder die Minenstadt Chuquicamata in der Atacama-Wüste – ungewöhnliche und nach außen abgesperrte Orte – sind in der Serie „Closed Cities” fotografisch erfasst.

Gregor Sailers Bilder der Serie „The Potemkin Village” eröffnen den Zugang zur Welt der Fakes und Kulissen und hinterfragen die mitunter absurden Auswüchse unserer Gesellschaft. Gregor Sailers Fotos sind menschenleer, die Gebäude darauf wirken oft wie Skulpturen. Politische Konflikte oder abgeriegelte Territorien – seine Bilder offenbaren, welche Dynamiken zur Existenz dieser Orte führen.

Begleitprogramm

Zur Ausstellung ist auch ein umfangreiches Begleitprogramm geplant: Von Ausstellungsführungen über eine Dialogführung mit dem Künstler, Photowalks, technische Einblicke, eine Artist Lecture, einen Vortrag bis zu einem Future Talk und Workshop.


INFO
kunsthauswien.com

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