Ein Abend voller Emotionen, Überraschungen und klarer Fan-Statements: Das erste ESC-Halbfinale

Beitragsbild: © Sarah Louise Bennett / EBU

Das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest 2026 hat Dienstagabend in der Wiener Stadthalle stattgefunden. Es war ein Abend zwischen Pop-Exzess, politischer Haltung, emotionalen Statements und jener elektrisierenden Euphorie, die nur der Eurovision Song Contest erzeugen kann.

15 Länder kämpften um zehn Plätze im großen Finale — und am Ende zeigte sich vor allem eines: Die Fans wissen ganz genau, was sie wollen.

Diese zehn Länder stehen im Finale

Nach einem Abend voller spektakulärer Inszenierungen, präzise gesetzter Überraschungsmomente und jeder Menge Gänsehaut wurden schließlich jene zehn Länder verkündet, die den Sprung ins Finale geschafft haben:

  • Finnland
  • Griechenland
  • Belgien
  • Schweden
  • Moldau
  • Israel
  • Serbien
  • Kroatien
  • Litauen
  • Polen

Viele Namen davon waren bereits vor der Show in Fanforen, Wettquoten und Social Media ganz oben gehandelt worden — und genau diese Erwartungen haben sich nun bestätigt.

Keine großen Schocks — aber prominente Abschiede

Wo es Gewinner gibt, gibt es auch jene, deren Eurovision-Reise an diesem Abend zu Ende ging. Nicht weitergekommen sind:

  • Estland – Vanilla Ninja mit „Too Epic to Be True“
  • Georgien – Bzikebi mit „On Replay“
  • Montenegro – Tamara Živković mit „Nova Zora“
  • Portugal – Bandidos do Cante mit „Rosa“
  • San Marino – Senhit feat. Boy George mit „Superstar“

Gerade der prominente Auftritt aus San Marino hatte im Vorfeld für Aufmerksamkeit gesorgt — umso größer war die Überraschung, dass selbst Starpower diesmal nicht ausgereicht hat.

Finnland liefert Entertainment auf Champions-League-Niveau

Einer der meist erwarteten Auftritte des Abends kam aus Finnland — und Publikumslieblinge Linda Lampenius und Pete Parkkonen enttäuschten nicht. Mit „Liekinheitin“ brachte das Duo genau jene Mischung aus Virtuosität, Rock-Attitüde und nordischer Coolness auf die Bühne, die Fans seit Wochen feiern. Live in der Wiener Stadthalle zeigt sich, was das Fernsehen oft versteckt: Während der Auftritt am Bildschirm mühelos und fast hollywoodreif wirkt, sieht man in der Halle, wie Linda Lampenius mit ihrer Geige in wenigen Sekunden quer über die Bühne sprintet, um rechtzeitig ihre Position zu erreichen. Kein Effekt, keine Inszenierung — sondern echte Live-Magie, die man nur vor Ort erlebt. Finnland liefert ab und zeigt, warum dieser Beitrag schon vor dem Halbfinale als einer der ganz großen Publikumslieblinge gehandelt wurde.

Moldau verwandelt die Stadthalle in einen Club

Wenn ein Act die Wiener Stadthalle an diesem Abend komplett auf Temperatur gebracht hat, dann war es Moldau. Von den ersten Beats an war klar: Das wird kein stiller Kunstmoment, das wird eine Party. Druckvolle Sounds, ein Refrain mit Sofortwirkung und eine Performance, die keine Sekunde Luft holt — Moldau servierte einen echten Banger. Im Publikum wurde getanzt, mitgesungen und gefeiert, als wäre das Finale bereits gewonnen. Einer jener ESC-Momente, in denen man spürt, wie ein Song innerhalb von drei Minuten eine ganze Halle übernehmen kann.

Kroatien liefert die emotionalste Performance des Abends

Der wohl bewegendste Auftritt des Abends kam jedoch aus Kroatien. Mit „Adromeda“ präsentierte die Gruppe Lelek einen Beitrag, der weit über Unterhaltung hinausging. Der Song setzte sich mit Emanzipation, weiblicher Selbstbestimmung und der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Frauen in Kroatien auseinander — kraftvoll, poetisch und gleichzeitig kompromisslos modern. Als der letzte Ton verklungen war, folgte einer der lautesten Applausmomente des gesamten Abends.

Die Fans haben gesprochen

Noch spannender als einzelne Platzierungen ist allerdings das größere Bild: Praktisch alle Acts, die in den vergangenen Tagen als Publikumslieblinge galten, haben den Sprung ins Finale geschafft. Das erste Halbfinale zeigt, welchen Einfluss die internationale ESC-Community mittlerweile auf den Wettbewerb hat. Fan-Reaktionen, Streamingzahlen, Social Media, Pre-Partys und Online-Hypes sind das Stimmungsbarometer.

Carla Hoffmann
Carla Hoffmann
Redakteurin Vormagazin

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