Ferien-Halbzeit im Museumsdorf: Geschichte zum Mitmachen

Beitragsbild: © Roman Jandl

Die Sommerferien sind halb vorbei – aber im Weinviertler Museumsdorf Niedersulz ist noch lange nicht Schluss. Zwischen historischen Häusern, schattigen Plätzen und alten Bauerngärten wartet bis September ein Ferienprogramm, das Geschichte nicht nur zeigt, sondern erlebbar macht.

Lehm, Wolle und echtes Handwerk

Wer wissen möchte, wie nachhaltig Bauen schon früher sein konnte, ist bei der Lehmbaustelle richtig. Bis 4. September können Besucher:innen jeden Alters immer montags, mittwochs, donnerstags und freitags von 10 bis 16 Uhr selbst ausprobieren, wie Lehmziegel hergestellt werden. Dabei geht es um historische Bautechniken, traditionelles Handwerk und die Frage, was wir von früher vielleicht wieder lernen können. Der selbst gefertigte Lehmziegel darf anschließend sogar mit nach Hause genommen werden.

Kreativ durch die Ferien

Auch für Kinder gibt es viel zu tun. Jeden Dienstag bis 1. September lädt das Ferienprogramm „Kreatives Gestalten mit Naturmaterialien“ von 10 bis 16 Uhr zum Basteln und Experimentieren ein. Geflochten wird mit Karton, Wolle oder Bast, Holzkluppen werden zu kleinen Kunstwerken und Schafwolle verwandelt sich beim Filzen in etwas Neues. Das Programm richtet sich an Kinder ab drei Jahren und kann kostenlos besucht werden. Pro Bastelstück fallen 5 Euro Materialbeitrag an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Auf den Spuren von „Zieglinde“

Bei der Familienführung „Auf den Spuren von Zieglinde“ wird das Museumsdorf zum Rätselplatz. Am 16. August und 6. September geht es jeweils um 15 Uhr auf eine interaktive Entdeckungsreise durch das historische Dorf. Die Route führt zur alten Dorfschule, auf die Lehmbaustelle, zu einem Bauernhof und zum „Lebenden Bauernhof“ mit seinen Tieren. Dazwischen warten knifflige Aufgaben und Rätsel, die gemeinsam gelöst werden. Die Führung dauert rund eine Stunde und kostet 5 Euro pro Person.

Wie war das Leben damals?

Wer nicht nur Gebäude anschauen, sondern auch verstehen möchte, wie der Alltag früher aussah, sollte sich das Programm „Alltag im Dorf“ ansehen. Jeden Samstag, Sonntag und Feiertag von 13 bis 17 Uhr erzählen Handwerker und Kulturvermittler:innen an verschiedenen Stationen aus dem Leben vergangener Generationen. In der Wagnerei, einem Kleinhäusler-Haus, der Marienkapelle, der Mühle, im Wirtshaus oder beim Schuster wird gezeigt, wie gearbeitet, gelebt und gewirtschaftet wurde. Traditionelle Tätigkeiten werden vorgeführt, historische Lebensbedingungen erklärt und Geschichten aus einer Zeit erzählt, in der vieles noch von Hand gemacht wurde.

Ferien mit Zeitreise-Effekt

Das Museumsdorf Niedersulz zeigt, dass Geschichte nicht trocken sein muss. Zwischen Lehmziegeln, Schafwolle, alten Handwerkskünsten und Bauernhoftieren wird aus einem Museumsbesuch ein Ferientag, bei dem Kinder ausprobieren und Erwachsene staunen können. Und wer nach der Halbzeit der Sommerferien noch nach einem Ausflugsziel sucht, findet hier bis September genügend Gründe, noch einmal ins Weinviertel aufzubrechen.

INFO:
mamuz.at

Carla Hoffmann
Carla Hoffmann
Redakteurin Vormagazin

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