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Montag, September 26, 2022

„Man darf keine Angst vor neuen Wegen haben“

Mehr als zehn Jahre lang fungierte Michael Lakner als Intendant und Geschäftsführer des Lehár Festivals Bad Ischl. Ab Mai dieses Jahres übernimmt er die künstlerische Leitung der Bühne Baden. Im Interview mit dem vormagazin erzählt der gebürtige Wiener, wie er junge Menschen für das Theater begeistern möchte.

VORMAGAZIN: Auf welches Konzept wollen Sie in Baden setzen?

MICHAEL LAKNER: Die Operette soll eine Domäne der Bühne Baden bleiben. Wichtig ist mir eine Neuausrichtung der Ästhetik. Ich denke, dass man heutzutage moderne Bühnenwelten kreieren muss. Ich möchte ein Unterhaltungstheater scha ffen, das Jung und Alt anspricht. Das betri fft auch die Wahl der Stücke. Zudem arbeite ich verstärkt mit operettenfernen Künstlern und Publikumslieblingen, um ein breites Publikum anzusprechen.

Auf welche Highlights kann sich das Publikum 2017 freuen?

Das Sommerprogramm erö ffnen wir mit „Orpheus in der Unterwelt“. Wir haben hier eine tolle Besetzung, so wird Georgij Makazaria (Sänger der Band Russkaja, Anm.) den Jupiter spielen. Den „Zarewitsch“ von Franz Lehár werde ich selbst inszenieren. Außerdem spielen wir „Grand Hotel“, ein Musical, das ich selbst sehr mag. In der Haupt rolle ist „Nestroy“-Preisträgerin Sona MacDonald zu sehen. Zum 300. Geburtstag von Maria Theresia zeigen wir im Dezember das wunderbare Stück „Die Kaiserin“ von Leo Fall.

Was macht für Sie eine herausragende Operette aus?

Auf jeden Fall die wunderbare Musik. Für mich muss aber auch das Libretto stimmen. Es gibt ja manche Operetten, die zu Recht belächelt werden, weil der Text nicht gut ist.

Mit welcher Strategie wollen Sie das jüngere Publikum ansprechen?

Man muss einen Bezugspunkt zu den jungen Menschen scha ffen, beispielsweise mit schrägen Kostümen oder moderner Technik. Das ist auch der Weg, den ich in Bad Ischl erfolgreich beschritten habe. Nur konservativ und klassisch zu inszenieren, ist aus meiner Sicht der falsche Weg. Man darf keine Angst davor haben, neue Wege zu gehen.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Bühne Baden in den vergangenen Jahren?

Ich denke, Baden ist ein hervorragender Standort für die Operette. Es gibt hier viele Stücke, die in Wien nicht gespielt werden. Das gibt uns die Chance, das Wiener Publikum nach Baden zu holen.

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