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Montag, Juli 22, 2024

Modernismen in der Ukraine – In The Eye Of The Storm im Belvedere

©National Art Museum of Ukraine

Vom Jugendstil bis zum Konstruktivismus – die Ausstellung „In The Eye Of The Storm – Modernismen in der Ukraine“ veranschaulicht eindrucksvoll, wie international und avantgardistisch die Kunstbewegung der Moderne – der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – in den Kulturzentren Kyjiw, Lwiw, Odesa und Charkiw waren.

Ausstellung

Als erste umfassende Präsentation außerhalb der Ukraine veranschaulicht die Ausstellung, wie international und avantgardistisch die Kunstbewegungen der Moderne – der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – in den Kulturzentren Kyjiw, Lwiw und Charkiw waren. Vom Jugendstil bis zum Konstruktivismus wird eine zugleich bewegte und faszinierende Geschichte der kulturellen Identität der Ukraine erzählt.

Die modernistische Bewegung entwickelte sich in der Ukraine vor einem komplizierten soziopolitischen Hintergrund: der Revolution von 1905, dem Ersten Weltkrieg, dem Zusammenbruch des Russischen Kaiserreichs 1917, der anschließenden kurzlebigen Unabhängigkeit als Ukrainische Volksrepublik (1917–21) und der Gründung der Sowjetukraine. Trotz der Wirren blühten ukrainische Kunst, Literatur, Theater und Film auf. Die Bojtschukist*innen (бойчукісти), Anhänger*innen des Malers monumentaler Formate Mychajlo Bojtschuk (Михайло Бойчук), schufen ihre eigene nationale Schule der Wandmalerei, die von der byzantinischen Tradition und der ukrainischen Volkskunst gleichermaßen inspiriert war. In Charkiw wurde Wassyl Jermilow (Василь Єрмілов) zum Hauptvertreter der ukrainischen Version des Konstruktivismus. In Kyjiw entwickelte Oleksandr Bohomasow (Олександр Богомазов), der bedeutendste Futurist des Landes, den als Spektralismus bekannten Stil. In den späten 1920er-Jahren wurde das Kyjiwer Kunstinstitut zu einem letzten Zufluchtsort für Pionier*innen der modernen Kunst wie Kasymyr Malewytsch (Казимир Малевич). All diese Entwicklungen wurden durch die stalinistischen Repressionen der 1930er-Jahre brutal unterbrochen.


INFO
Ab 23. 2. 24
Unteres Belvedere, 1030 Wien
belvedere.at

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