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Mittwoch, Mai 22, 2024

Schwungvolle Inszenierung – Heinrich 5 im Tag

Raphael Nicolas in Heinrich 5. – ©Anna Stöcher

Welche Interessen treiben den Krieg? Dieses heiße Eisen greift das TAG mit „Heinrich 5“ auf und versucht, es mittels der gewieften Überschreibung neu einzuordnen.

Der Krieg: der „Vater aller Dinge“. Die ur-dramatische Handlung. Die dunkle Quelle aller gesellschaftlichen und politischen Veränderung. Krieg wird verherrlicht und verteufelt. Immer aber muss er verarbeitet werden. Shakespeare hat innerhalb seiner Königsdramen den Krieg nur einmal hochleben lassen, seine sonst so bewundernswerte „neutrale“ Position verlassen und aus der Sicht des Engländers eine dramatische Erzählung rund um den jung verstorbenen Lancaster-König Henry V gesponnen. Die Lichtgestalt. Der gerechte König, über dem der Kriegsgott sein Füllhorn des Erfolges ausleert.

Heinrich V – bis heute eines seiner erfolgreichsten Stücke. Man könnte es mit modernen Begriffen als ein „Propaganda-Narrativ“ lesen, das von Englands Größe und Kampfkraft, vor allem aber auch vom kleinen proletarischen Kriegsmann erzählt, der beseelt in der Schlachtenreihe neben einem charismatischen, ihn als „Bruder“ anredenden Staatsoberhaupt zur Höchstleistung sich aufrafft.


INFO
Bis 19. 12. 23
dastag.at

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