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Dienstag, November 29, 2022

Über St. Pölten und Melk in die Welt

Text und Fotos: Christoph Langecker

Um in eine andere Kultur einzutauchen und raus aus der Stadt zu kommen, braucht man nicht unbedingt eine Fernreise anzutreten. In rund an­derthalb Stunden und mit zwei Mal umsteigen ist es auch getan. So kurz dauert es nämlich, von Wien aus mit den Öffis völlig stressfrei zur nieder­österreichischen Schallaburg zu rei­sen, die mit dem Bus gerade mal zehn Minuten von Melk entfernt ist.

Verlässt man mit der Bahn den Bahnhof und die Zinshäuser in Wien Meidling in Richtung Westen, wird es sofort stockdunkel. Die Schienen führen durch den Wienerwald­tunnel. Schießt man eine knappe Viertelstunde später mit 230 km/h kurz vor St. Pölten wieder aus der Erde heraus, ist man plötzlich in ei­ner anderen Welt, mitten im Grünen. Dieser Moment beinhaltet eine Ge­fühlsregung, die sich wie Urlaub anfühlt.

­Nach dem Umstieg in der niederösterreichischen Landes­hauptstadt in Richtung Amstetten geht es mit dem Regionalzug gemüt­lich drei Stationen weiter nach Melk. Der atemberaubende Blick auf das alterwürdige Stift trägt das Prädikat „Postkartenmotiv“. Ähnlich ergeht es einem kurz vor der Ankunft auf der Schallaburg. Vom Bus der Linie WL 1 aus ist das schmucke Schloss schon von Weitem zu sehen.

Freizeitoase

Am Parkplatz angekommen, eröffnet sich ein wunderbares Naturschauspiel. Im Schlossteich laichen die Fische, die riesigen Bäume bieten Schutz vor der prallen Sonne und man hört absolut nichts außer dem Konzert der Singvögel. Nach dem stylischen Kassabereich betritt man das historische Gemäuer. Das tausend Jahre alte, architektonische Gesamtkunstwerk erzählt unzählige, spannende Geschichten und entpuppt sich als wahre Freizeitoase: Für Kinder gibt es im Burggraben einen 35 Meter langen Holzdrachen zum Rutschen, Spielen und Klettern. Im Schlossgarten kann man Bogenschießen, seltene Blumen und Pflanzen wie die Damaszener Rose bewundern oder sich einfach mit einem Buch in die Wiese legen.

In den Arkaden und unter den Sonnenschirmen des Schlosshofes wird für das kulinarische Wohl gesorgt. Neben den unzähligen Möglichkeiten, die Seele baumeln zu lassen, wartet in der Burg selbst dann noch das Futter für den Geist.

Zur Ausstellung

Bis 5. November 2017 sind die Ausstellung „ISLAM“ und die Sonderausstellung „Freyheit durch Bildung. 500 Jahre Reformation“ auf der Schallaburg zu sehen, die gegenwartsorientiert und mit neugierigem Blick aktuelle Fragen unserer Gesellschaft beleuchten. 15 Kulturvermittler nehmen dabei eine wesentliche Rolle ein. Sie begleiten die Besucher auf ihren Rundgängen und laden sie ein, über eigene Bilder, Vorurteile, Ängste und tatsächliche Schwierigkeiten im gegenseitigen Zusammenleben nachzudenken und den Austausch und das Gespräch zu fördern.

Info: schallaburg.at

Dieser Beitrag entstand durch Unterstützung der Schallaburg Kulturbetriebsges.m.b.H.

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