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Sonntag, August 14, 2022

Warum stinkt es am Stephansplatz?

Öffi-Alltag und Skurriles

Ganz unterschiedliche Fragen ihrer Fahrgäste beantworten die Wiener Linien auf ihrem YouTube-Kanal in einer eigenen Rubrik.

Manche erinnert er an einen Thermenbesuch, andere haben den Ernährungsplan ihres Nebenmannes im Verdacht: Den ungewöhnlichen Geruch in der U1-Station Stephansplatz können die wenigsten richtig zuordnen. Auf bedacht gruseligen Stadtführungen wird behauptet, hier seien im Mittelalter Pestopfer in Massengräbern beigesetzt worden. Natürlich ist die richtige Erklärung eine andere und hat weniger mit der Geschichte als mit den Naturwissenschaften zu tun. „Eure Fragen – unsere Antworten“ heißt die Rubrik im YouTube-Kanal der Wiener Linien, in der sich Experten des Unternehmens den Fragen von Fahrgästen annehmen. Mit den olfaktorischen Eigenheiten des Stephansplatzes hat sich U-Bahn-Planer Kurt Höfling beschäftigt. Im Video erklärt er: „Die Stationen der U1 wurden in den 1970er-Jahren errichtet, als man zur Befestigung des Bodenmaterials beim Tunnelbau Wasserglas benutzte.“ Was die Konstrukteure aber nicht vorausgesehen hätten: Wasserglas reagiert mit den anderen verwendeten Materialen zu einer chemischen Substanz, die eine Schwefelverbindung beinhaltet. Eingesperrt hinter den Tunnelwänden, könne der charakteristische Schwefelgeruch nicht verziehen – und, stellt Höfl ing klar, „so lange die Tunnel bestehen bleiben, wird sich an der Situation nichts ändern“.

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