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Freitag, Dezember 2, 2022

Kunsthaus Wien: Wenn der Wind weht

Bild: ©Eduardo Leal

Bis 28. August 2022 ist im Kunst Haus Wien die Ausstellung „Wenn der Wind weht“ zu sehen. Thema der Ausstellung der Kuratorinnen Verena Kasper-Eisert und Liddy Scheffknecht ist Luft.

Die Ausstellung

Luft umschließt die Erde wie eine Membran. Sie ist Medium des Wetters und Trägerin von Gerüchen, Geräuschen und Aerosolen, die sowohl das Klima als auch die Gesundheit beeinflussen. Luft strömt mit dem ersten Atemzug in unseren Körper und mit dem Tod hauchen wir den letzten Atem aus. Seit der COVID-19 Pandemie fürchten wir den Atem der anderen und versuchen, uns mit Masken vor einer Ansteckung zu schützen. Im Lauf eines Lebens atmen wir 300 Millionen Liter Luft ein und wieder aus. Im Kontext der gegenwärtigen Klimakrise spielen sowohl Luftverschmutzung und Stürme als auch die Windkraft als erneuerbare Energiequelle eine Rolle.

Luft verbindet Lebewesen, Pflanzen und Orte. Dieses elementare, zugleich unsichtbare Element visuell erfahrbar zu machen, darauf zielen die Werke der ausgewählten internationalen und österreichischen Künstler*innen verschiedener Generationen ab. Sie setzen sich mit den unterschiedlichsten Aspekten und Bedeutungen von Luft, Wind und Atem auseinander und untersuchen ihre Erscheinungsformen in Ökologie, Wissenschaft, Politik, Kultur und Mythologie.

24 Künstler*innen

Bereits im Stiegenhaus weht der Wind von Ólafur Eliasson mit der Installation „Your Windy Corner“ (1997). Die Luft wird dort, wo er mit den Besucher*innen aufeinandertrifft, zur unsichtbaren Skulptur. Der meistproduzierte Konsumartikel der Erde – das Plastiksackerl – findet sich heute an den entlegensten Gegenden der Welt: auf dem Meeresgrund genauso wie auf dem Mount Everest oder dem Altiplano, einer auf 3.6000 Metern gelegenen Hochebene in Südost-Peru und West-Bolivien. Der portugiesische Künstler Eduardo Leal dokumentiert Plastikspuren, die der Wind über weite Distanzen getragen hat und die sich schließlich in Büschen verfangen.

Luftholen spielt bei „Our Fetid Rank“ von 2015 von Emily Parsons-Lord die Hauptrolle. In diesem 3-Kanal-Video schneidet sie Ansprachen von Politiker*innen zum Thema Klimawandel in einer Weise zusammen, dass nur noch die Momente des Luftholens zwischen den Worten erhalten bleiben. Vor 300 Millionen Jahren war der Sauerstoffgehalt in der Luft etwa doppelt so hoch wie heute. Am Ende des Paläozoikums, vor rund 250 Millionen Jahren, starben über 90 Prozent der Arten aus, gleichzeitig stieg der Kohlendioxidgehalt in der Luft. Für ihre interaktive Installation „The Confounding Leaving“ (2017) nimmt uns Emily Parsons-Lord mit auf Zeitreise. Die Künstlerin hat Luft aus verschiedenen erdzeitlichen Epochen nach speziellen Rezepturen, beruhend auf wissenschaftlichen Berechnungen, anfertigen lassen.

Julius von Bismarck verhandelt den stürmischen Wind. Der Hurrikan Irma war der am längsten andauernde Wirbelsturm weltweit seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Spitzenintensität von fast 300 km/h hielt gut 37 Stunden an. Am 10. September 2017 traf Irma auf den Südwesten Floridas und hinterließ eine Furche der Zerstörung und hatte zahlreiche Überschwemmungen zur Folge, Millionen von Menschen wurden evakuiert.

Die Ausstellung „Wenn der Wind weht“ ist eine Kooperation des Kunsthaus Wien, ein Museum der Wien Holding, mit der Universität für angewandte Kunst Wien.

Künstler*innen: Hoda Afshar, Bigert & Bergström, Julius von Bismarck, Ólafur Eliasson, Karin Fisslthaler, Ana Grilc, Isabelle Ha Eav, Jana Hartmann, Ayumi Ishii, Sophie Jung, Sjoerd Knibbeler, Ulrike Königshofer, Eduardo Leal, Emily Parsons-Lord, Peter Piller, Werner Reiterer, Roman Signer, Lydia Simon, Ulay/Marina Abramović, Nadim Vardag, Niina Vatanen, Susan Walsh.


INFO

Untere Weißgerberstraße 13, 1030 Wien
Zum Beispiel mit der Straßenbahnlinie 1, Radetzkyplatz
kunsthauswien.com

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