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Freitag, Dezember 2, 2022

Wenn plötzlich das Licht ausgeht

Was passiert, wenn in ganz Wien der Strom ausfällt? Die Wiener Linien sind auf so ein Blackout-Szenario sehr gut vorbereitet.

Ein Leben ohne Strom ist in der heutigen Zeit nicht mehr vorstellbar: Denn ohne Elektrizität gibt es kein Handy, kein Fernsehen, Kühlschrank und Herd funktionieren nicht mehr und zu Hause gehen buchstäblich die Lichter aus. Aber was bedeutet ein Blackout für den öffentlichen Verkehr, der auf ständige Stromversorgung angewiesen ist? 

Was passiert, wenn in ganz Wien der Strom ausfällt? Die Wiener Linien sind auf so ein Blackout-Szenario sehr gut vorbereitet.
Bei einem Stromausfall in Wien werden automatisch Notstromaggregate aktiviert. – ©Wiener Linien

Priorität

Das wahrscheinlichste Szenario für einen Blackout ist laut ExpertInnen, dass die Stromverbraucher aufgrund einer drohenden Instabilität der Stromversorgung nach und nach abgeschaltet werden müssen.
„Die Wiener Linien haben wegen ihrer wichtigen Aufgabe für die Stadt eine hohe Priorität. Die Öffis würden so lange wie möglich mit Strom versorgt werden, um den Betrieb noch geordnet einstellen bzw. auf den Notbetrieb umstellen zu können“, erklärt Ronald Samer (oben im Bild) als stellvertretender Abteilungsleiter Elektro- und Maschinentechnik bei den Wiener Linien. Er und sein Team kümmern sich darum, dass die U-Bahn- und Straßenbahn-Züge, aber auch die Stationen und Gebäude mit Strom versorgt werden. Die Wiener Linien verfügen zudem über eine eigene Energieleitstelle: „Hier wird die Stromversorgung von U-Bahn sowie Bim überwacht und gesteuert. Die KollegInnen stehen außerdem in engem Kontakt mit den Wiener Netzen.“

Was passiert, wenn in ganz Wien der Strom ausfällt? Die Wiener Linien sind auf so ein Blackout-Szenario sehr gut vorbereitet.
Bei einem Blackout fahren alle Aufzüge zur nächsten Ebene und öffnen automatisch die Türen. – ©Wiener Linien/Manfred Helmer

Notstrom

Aber was passiert, wenn wirklich kein Strom mehr fließt? Wird es dann in den U-Bahn-Stationen finster?
„Nein. Das Überwachungssystem der Energieleitstelle reagiert bei einem Stromausfall unmittelbar und startet automatisch die Notstromaggregate“, beruhigt Samer.
Damit in der U-Bahn auch im Notfall das Licht brennt, wird das komplette U-Bahn-Netz von derzeit fünf großen und 15 kleineren Notstromaggregaten versorgt – ein sechstes großes Aggregat wird gerade neu errichtet. Das bedeutet, dass die Beleuchtung, Nachrichten- und Signaltechnik und die Durchsagen der Leitstelle weiter funktionieren. In den Stationen können Fahrgäste auch in einem Blackout-Szenario über den Bahnsteig aussteigen. Aufgrund der Erfahrungen ist davon auszugehen, dass die anderen Züge durch Ausrollen oder mithilfe der Notstromversorgung bis in die nächste Station kommen. Aufzüge fahren zur nächsten Ebene und öffnen automatisch die Türen. Die Stationsbeleuchtung bleibt ebenfalls in vollem Umfang erhalten. Über die Aggregate können die Stationen bzw. die Tunnelanlagen bis zu drei Tage notdürftig mit Strom versorgt werden. Auch Straßenbahnhöfe und Busgaragen sind mit Notstromaggregaten ausgerüstet. Selbst bei einem Blackout soll zumindest ein Notbetrieb mit Bussen bestehen, damit die notwendigsten Wege öffentlich zurückgelegt werden können.


INFO

wienerlinien.at

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