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Montag, Februar 23, 2026

Wortwiege Festival 2026: Den Abgründen auf der Spur

Von 25. Februar bis 29. März begeistern ungewöhnliche und inhaltsstarke Theaterformate in den Kasematten Wiener Neustadt. Im Zentrum steht dabei vor allem die ungeheuerliche Doppelnatur des Menschen.

„Ungeheuer ist viel. Doch nichts ungeheurer als der Mensch.“ – das berühmte Antigone-Zitat ist beim diesjährigen Wortwiege Festival in den Kasematten Wiener Neustadt die Zündschnur für einen Spielplan über die ungeheuerliche Doppelnatur des Menschen: Mit den beiden monströsen Gesellschaftskomödien von Qualtinger/Merz sowie der Neu-Beschäftigung mit dem Mythos Troja, von Homer über Kleists „Penthesilea“ bis zu zeitgenössischem Musik- und Tanztheater, einem brandneuen Lesetheater von Franz Schuh zu Karl Kraus, der Theaterserie REDEN! sowie Dialogformaten mit Gästen wie Klaus Theweleit, Daniela Strigl, Lisz Hirn, Florian Scheuba, Barbara Tóth und Michael Köhlmeier bleibt das Festival seiner Mission treu, mit ebenso inhaltsstarken wie ungewöhnlichen Theaterformen zu unterhalten und zum Denken anzuregen.

HOFFNUNG.

„Wahrhaft Ungeheures begegnet uns derzeit in unbegreiflicher Geschwindigkeit. Die Erregungskurve ist hoch, die Fassungslosigkeit über die rasanten Veränderungen hält uns in Atem. Und doch ahnen wir: Nichts daran ist gänzlich neu, wirft vielmehr erneut die alte Frage auf: Wie kann das Geschöpf Mensch gleichzeitig abscheulich destruktiv und ungeheuer visionär sein? Und liegt nicht genau darin trotz allem Hoffnung?“, so die Festivalleiterin Anna Luca Krassnigg zum Spielzeitmotto. Ira Süssenbach, Expertin für Absurdes, Abgründiges und Aberwitziges, inszeniert ab 25. Februar „Das Volksfest“.

Die morbide Komödie erschien ursprünglich unter dem Titel „Die Hinrichtung“ und ist eines der nur drei Theaterstücke von Helmut Qualtinger und Carl Merz. Im Zentrum steht ein arbeitsloser Familienvater, der sich für viel Geld und Ruhm vor Publikum hinrichten lassen soll. Es folgt eine makabre Abwärtsspirale von „Das ist undenkbar!“ zu „Wie genau werden Sie es tun?“.

INFO
25. 2. bis 29. 3.
Bahngasse 27, 2700 Wiener Neustadt
wortwiege.at

Franz Schuh (Foto) und Anna Luca Krassnigg lesen am 27. Februar aus den „Letzten Tagen der Menschheit“ von Karl Kraus. © Dier Kugel

Am 20. und 28. März zeigt die Performance-Band Fox On Ice mit „Troja Forever“ eine Auswahl der Songs und Visuals ihres neuen Musiktheaterprojekts POLYXENA – eine musikalisch-filmische Neuinterpretation des Mythos mit den beiden Homer-Kennern Georg Danek und Michael Köhlmeier.
© Christian-Mair

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