Beitragsbild: © Klaus Pichler / Wien Museum
Die Donauinsel – zwischen 1972 und 1988 gemeinsam mit der Neuen Donau errichtet, um Wien endgültig vor Hochwässern zu schützen – ist heute aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Eine Ausstellung im Wien Museum beleuchtet bis 30. August 2026 die Geschichte und Gegenwart dieses einzigartigen Areals, das heute zu den wichtigsten Freiräumen in der wachsenden Metropole zählt.
Vom Hochwasserschutz zum Stadtraum
An warmen Sommertagen strömen Wienerinnen und Wiener auf die über 21 Kilometer langen und bis zu 250 Meter breite Insel um zu spazieren, Rad zu fahren oder zu relaxen. Ursprünglich als rein technisches Hochwasserschutzprojekt geplant und politisch stark umstritten, entwickelte sich die Donauinsel über mehr als drei Jahrzehnte Planungs- und Bauzeit zu einem vielfältigen Natur- und Erholungsraum.

Pläne für Hochhäuser, einen Truppenübungsplatz oder sogar einen Zentralbahnhof auf der Insel wurden verworfen, ebenso die Idee, die Insel als wasserbautechnischen Damm ohne Zugang zur Neuen Donau zu gestalten. Aktivist*innen und Landschaftsexpert*innen, beeinflusst von der erstarkenden Umweltbewegung der 1970er Jahre, setzten sich für eine naturnahe Gestaltung ein – ein Entschluss, der die heutige Nutzung prägt.
Ausstellung im Wien Museum
Die Ausstellung im Wien Museum beleuchtet die Geschichte und Gegenwart dieses einzigartigen Areals. Sie zeigt die Vorgeschichte der Hochwasserschutzbemühungen, die „wilde“ Nutzung des ehemaligen Überschwemmungsgebiets und die komplexe Planungs- und Baugeschichte der Insel.
Gleichzeitig wird ihre ökologische und soziale Bedeutung in der dicht wachsenden Stadt dargestellt. Besucher*innen erhalten Einblicke in die zentrale Rolle der Donauinsel als Freiraum für Sport, Kultur und Erholung. Zur Ausstellung erscheint das gleichnamige Begleitbuch im Falter-Verlag.
Eintritt: € 12,-
Ermäßigt: € 10,-
Frei für alle unter 19 Jahren und jeden ersten Sonntag im Monat

Kuratorinnen mit Blick für Stadt und Landschaft
Die Ausstellung wird von Martina Nußbaumer und Ulrike Krippner kuratiert. Nußbaumer ist Historikerin, Kulturwissenschaftlerin und seit 2008 Kuratorin im Wien Museum. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen Stadt- und Kulturgeschichte, Geschlechtergeschichte sowie Geschichts- und Identitätspolitik. Krippner ist Landschaftsarchitektin und Forscherin an der Universität für Bodenkultur Wien mit Expertise in Landschaftsarchitekturgeschichte, Entwerfen im historischen Kontext und Denkmalpflege. Sie leitet das Archiv Österreichischer Landschaftsarchitektur und engagiert sich in internationalen Fachnetzwerken.
INFO:
26. März bis 30. August
Karlsplatz 8, 1040 Wien
wienmuseum.at











