Kongresstourismus bringt Rekorde, Jobs und volle Häuser für Wien

Beitragsbild: © Carla Hoffmann

Wien bleibt 2025 das internationale Wohnzimmer für Ideen, Innovation und Austausch. Die Meeting-Bilanz des WIFO zeigt ein Jahr der Superlative für die Stadt Wien – mit mehr Kongressen, mehr Nächtigungen und einer Wertschöpfung, die weit über die Stadtgrenzen hinausreicht. Vor allem aber bestätigt sich ein Trend: Wer für einen Kongress nach Wien kommt, bleibt länger, gibt mehr aus – und kommt oft privat wieder.

„Wien hat immer Saison“

Während klassische Städtereisen leichten saisonalen Schwankungen folgen, sorgt der Kongresstourismus für Stabilität. Meetings finden ganzjährig statt – unter der Woche, außerhalb der Hauptreisezeiten und oft langfristig geplant. Genau das macht Wien zu einer Destination mit durchgehend hoher Auslastung.

2025 wurden 7.196 Kongresse und Firmentagungen gezählt – ein neuer Höchstwert. Rund 794.000 Teilnehmer*innen sorgten für mehr als 2,5 Millionen Nächtigungen. Damit geht bereits jede achte Übernachtung in Wien auf Meetings zurück. Insgesamt verzeichnete Wien rund 20 Millionen Nächtigungen, etwa zwei Millionen davon durch Kongresse.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Tagungsgästen liegt bei 4,4 Nächten – fast doppelt so lang wie bei klassischen Städtereisenden. Ein Drittel der Teilnehmer*innen verlängert den Aufenthalt zudem privat oder verbindet ihn mit Kultur, Kulinarik und Museumsbesuchen. Wien zeigt sich dabei von seiner besten Seite – und bleibt anscheinend im Kopf.

Kongresstourismus als Wirtschaftsmotor

Der Effekt geht weit über volle Hotels hinaus. 2025 generierten Meetings in Wien eine Wertschöpfung von rund € 1,7 Milliarden. Insgesamt € 348 Millionen an Steuern flossen daraus – und 19.300 Ganzjahresarbeitsplätze wurden gesichert.

„Ein neuer Höchststand an Kongressen und Firmentagungen generierte eine Wertschöpfung in Milliardenhöhe und sicherte tausende Beschäftigungsverhältnisse – weit über die Tourismusbranche hinaus...“

Bürgermeister Michael Ludwig

Damit zählt der Kongresstourismus zu den stabilsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt. Die Effekte reichen von Hotellerie und Gastronomie bis in Handel, Transport, Technik und Eventwirtschaft. Wien fungiert damit als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung – nicht nur für die Stadt, sondern für ganz Österreich.

„Ein neuer Höchststand an Kongressen und Firmentagungen generierte eine Wertschöpfung in Milliardenhöhe und sicherte tausende Beschäftigungsverhältnisse – weit über die Tourismusbranche hinaus. Gerade in weltpolitisch herausfordernden Zeiten zahlt es sich aus, dass Wien eine weltoffene Metropole des Friedens, des Miteinanders und des Dialogs ist“, betont Wiens Bürgermeister Michael Ludwig.

Kongressgäste geben deutlich mehr aus

Meeting-Teilnehmer*innen sind ein besonders wertvolles Publikum. Durchschnittlich geben sie rund € 562 pro Tag aus – deutlich mehr als klassische Städtereisende. Viele reisen international an, bleiben länger und konsumieren hochwertig.

Auch die Unterkunft zeigt das Qualitätsprofil: Ein großer Teil der Gäste übernachtet in der 4- oder 5-Stern-Hotellerie. Rund zwei Drittel der verfügbaren Betten in Wien liegen in diesem Segment – ein wichtiger Faktor für die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

„Meeting- und Kongressgäste lassen deutlich mehr Geld in unserer Stadt als andere Touristen. Und sie sind zugleich Botschafterinnen und Botschafter für Wien. Fast alle wollen wiederkommen – das zeigt den Weg, den wir als Tourismusdestination weitergehen müssen“, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.

Internationale Kongresse zeigen Wirkung

Internationale Kongresse machen zahlenmäßig nur einen kleineren Teil aus, sorgen aber für den größten wirtschaftlichen Effekt. Sie generieren den Großteil der Nächtigungen und einen erheblichen Anteil der Wertschöpfung. Der Grund: größere Teilnehmerzahlen, längere Aufenthalte und ein besonders internationaler Gästemix. Kongresse bringen Wissenschaft, Wirtschaft und Innovation nach Wien – und gleichzeitig die Welt in die Stadt.

„Internationale Kongresse fördern den interkulturellen Austausch und bilden das wirtschaftliche Rückgrat der Wiener Tagungsindustrie. Obwohl sie nur einen kleinen Teil ausmachen, generieren sie den Großteil der Nächtigungen und der Wertschöpfung“, erklärt WienTourismus-Geschäftsführer Norbert Kettner.

Die großen Meeting-Bühnen der Stadt

Wien verfügt über eine starke Infrastruktur für internationale Veranstaltungen. Zu den wichtigsten Standorten zählen Austria Center Vienna, Hofburg Vienna und Messe Wien. Ergänzt werden sie durch Universitäten, Hotels und spezialisierte Eventlocations.

Diese Vielfalt ermöglicht Veranstaltungen vom wissenschaftlichen Symposium bis zum globalen Branchentreffen – und sorgt dafür, dass Wien in internationalen Rankings regelmäßig Spitzenplätze belegt.

Fast jeder zweite Kongressgast kommt aus der Medizin

Internationale Kongressgäste kommen gerne wieder

Die Meeting-Gäste sind international, ausgabefreudig und besonders zufrieden. Rund 90% wollen Wien erneut besuchen, über 90% empfehlen die Stadt weiter. Mehr als ein Viertel reist sogar mit Begleitperson an.

„Der durchschnittliche Meeting-Gast gibt rund € 562,- aus, bleibt länger und verbindet den Aufenthalt häufig mit Urlaub oder privaten Besuchen.
Anita Paic, Leiterin des Vienna Convention Bureau im WienTourismus

Viele nutzen den Kongressbesuch als Einstieg in einen privaten Aufenthalt. Kultur, Kulinarik und Lebensqualität werden so zu einem nachhaltigen Marketinginstrument – ganz ohne klassische Werbung.

„Der durchschnittliche Meeting-Gast gibt rund € 562,- aus, bleibt länger und verbindet den Aufenthalt häufig mit Urlaub oder privaten Besuchen. Kongresse sind damit ein zentraler Baustein eines hochwertigen Tourismus, von dem die gesamte Visitor Economy profitiert“, sagt Anita Paic, Leiterin des Vienna Convention Bureau im WienTourismus.

Kongressgäste geben deutlich mehr aus

Blick nach vorne: Pipeline bis 2038

Der Erfolg ist langfristig abgesichert. Bereits jetzt sind rund 60 Kongresse und Firmentagungen mit mehr als 1.000 Teilnehmer*innen für 2026 geplant. Das Vienna Convention Bureau arbeitet zudem an hunderten internationalen Bewerbungen – mit Projekten bis 2038.

Kongresse und Corporate Events bleiben damit ein strategischer Schlüssel für den Standort. Sie bringen Innovation, internationale Netzwerke und wirtschaftliche Impulse nach Wien – und sorgen dafür, dass die Stadt das ganze Jahr über in Bewegung bleibt.

Carla Hoffmann
Carla Hoffmann
Redakteurin Vormagazin

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