Beitragsbild: Die neuen E-Lkw ersetzen klassische Dieselmodelle dort, wo es betrieblich und infrastrukturell sinnvoll ist. Aktuell sind bei SPAR zehn E-Lkw an vier Standorten für die Liefergebiete Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich im Einsatz. © SPAR/David Schreiber
Zehn E-Lkw liefern seit April Kühlware quer durchs Land. Die Technik hält, doch SPAR warnt: Ohne mehr Netzkapazität stockt der Ausbau der E-Flotte.
Seit April rollen zehn E-Lkw der neuesten Generation für SPAR durch Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich und stellen sich dabei einer der härtesten Bewährungsproben, die der Lebensmittelhandel kennt. Kühlketten, Hitzeperioden, Anhängerbetrieb, enge Zeitfenster: Bei einem Pressetermin mit Mobilitätsminister Peter Hanke zogen SPAR-Vorstand Marcus Wild und Geschäftsführer Alois Huber Bilanz und richteten zugleich einen klaren Appell an die Energiewirtschaft.
Praxistest bei SPAR bestanden
Selbst im Hitzesommer 2026 lief die gekühlte Zustellung rein elektrisch reibungslos. Mit rund 600 kWh Batteriekapazität schaffen die Fahrzeuge bis zu 400 Kilometer Reichweite, ungefähr die Strecke Wien–Zagreb, und meistern damit auch lange Touren ohne Zwischenladung. Gefördert wurde die Anschaffung von Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur im Rahmen von eMOVE Austria mit rund 2 Mio. Euro. Über fünf Jahre sollen die Flotten-Neulinge 3,75 Millionen emissionsfreie Kilometer zurücklegen und dabei rund 2.500 Tonnen CO₂ einsparen.
„Unternehmen wie SPAR zeigen, dass Elektromobilität auch im anspruchsvollen Logistikbetrieb zunehmend Realität wird. Bis 2035 schaffen wir 1.200 Schnellladepunkte für Nutzfahrzeuge am hochrangigen Straßennetz und setzen damit klare Impulse für den elektrifizierten Güterverkehr.“
Mobilitätsminister Peter Hanke

E-Technik im täglichen Einsatz
SPAR ist Marktführer im heimischen Lebensmittelhandel: Mehr als 1.500 SPAR-, EUROSPAR- und INTERSPAR-Märkte werden täglich beliefert, von der Innenstadt bis ins alpine Hinterland. Genau dafür wurden die E-Lkw geprüft – inklusive Kühltransport, Anhängerbetrieb und Tourenplanung. Das Fazit von Vorstand Marcus Wild: Die Technik funktioniert. Pro Fahrzeug lassen sich gegenüber einem Diesel-Pendant rund 52 Tonnen CO₂ jährlich einsparen. Am Firmensitz erzeugt eine PV-Anlage mit 1,4 MW zudem bis zu einem Viertel des sommerlichen Strombedarfs selbst.
„Wir sind bereit, die Elektrifizierung unserer Lieferlogistik weiter voranzutreiben. Für den weiteren Ausbau benötigen wir jedoch ausreichend verfügbare Energie an unseren Standorten.“
SPAR-Vorstand Marcus Wild
St. Pölten als Testfall für Zukunft
Am Standort St. Pölten zeigt sich, wo die Reise nächstens hinführt: Perspektivisch sollen dort bis zu 90 Schwerfahrzeuge, darunter 60 eigene Lkw, in kurzen betrieblichen Fenstern geladen werden und einsatzbereit bleiben. Dafür wäre eine Anschlussleistung von bis zu 12,5 MW nötig, rund 8 MW allein für die E-Mobilität – die heute verfügbaren Netzkapazitäten müssten sich also nahezu verdreifachen. Gelingt die volle Umstellung, ließen sich in St. Pölten jährlich rund 3,5 Mio. Liter Diesel einsparen. Minister Hanke kündigte an, bis 2035 österreichweit 1.200 Schnellladepunkte für Nutzfahrzeuge zu schaffen. Der nächste Schritt der E-Mobilität in der Lebensmittellogistik liegt damit weniger bei den Fahrzeugen als beim Stromnetz.
INFO:
spar.at



