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Dienstag, Dezember 6, 2022

Auf den Spuren Otto Wagners

Die Entwürfe des Architekten und Stadtplaners prägen das Erscheinungsbild der Wiener U-Bahn bis heute. Nun gelang es den Wiener Linien und dem Bundesdenkmalamt, vier historische Dekokränze aus dem Kunsthandel zu retten.

Er zählt zu den bedeutendsten Architekten und Stadtplanern der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und prägte das Stadtbild Wiens wie kaum ein anderer. Otto Koloman Wagner, der Urvater der Wiener Stadtbahn. 1841 in Penzing geboren, ziert seine Handschrift auch mehr als 100 Jahre nach seinem Tod maßgeblich das Erscheinungsbild der Wiener U-Bahn. Besonders auf den ehemaligen Trassen der Stadtbahn, die heute von der U6 und der U4 genutzt werden, ist das Wirken von Otto Wagner erlebbar.

Die Gestaltungselemente waren ursprünglich weiß gefasst. Wie eine Analyse bestätigte, bekamen sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg ihren resedagrünen Anstrich, der heute zum Erkennungsmerkmal der Stadtbahn­architektur geworden ist. – ©Wiener Linien

Restaurierung
Nun gelang es dem Bundesdenkmalamt, vier originale Dekorkränze von Wiener Stadtbahnpavillons, die vor vielen Jahren spurlos verschwanden, aus dem Kunsthandel zu retten. Ende 2019 sollten vier metallene Eichenlaubkränze in einem Wiener Auktionshaus versteigert werden. Über ­Vermittlung durch das Bundesdenkmalamt gelangten zwei der Otto-Wagner-Kränze an das Wien Museum. Die zwei weiteren kehrten zum ursprünglichen Besitzer, den Wiener Linien, zurück. In ­einer Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt wurden die Originale analysiert und restauriert. Bei der Konservierung und Restaurierung der 70 Zentimeter großen und jeweils rund 15 Kilogramm schweren Kränze wurde entdeckt, dass es sich bei den Eichenlaubkränzen um Originale aus der Zeit des Stadtbahnbaus um 1900 handelt. Sie hingen an Säulen im Eingangs­bereich einer Stadtbahnstation. Weitere Untersuchungen ergaben, dass die Gestaltungselemente ursprünglich weiß gefasst waren. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg be­kamen sie ihren resedagrünen ­Anstrich, der heute zu einem wichtigen Erkennungsmerkmal der ­gesamten Stadtbahnarchitektur geworden ist. Mittlerweile hängen die Kränze wieder im Eingangsbereich des historischen Stations­pavillons der U-Bahn-Station Friedensbrücke. Weitere Kränze sind unter anderem in den U4-Stationen Pilgramgasse, Kettenbrückengasse, Stadtpark und Roßauer Lände zu bewundern.

Die Eichenlaubkränze sind ein wesentliches Element bei den Stationen der ehemaligen ­Wiental- und Donaukanallinie, der heutigen U4. Bis heute hängen derartige Kränze im Eingangsbereich vieler U-Bahn-Stationen. – ©Wiener Linien

Zusammenarbeit
Wiener Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl ist dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt: „Wir freuen uns, dass zwei verloren geglaubte Originalkunstwerke nach mehr als 30 Jahren wieder den Weg zurück an ihren ursprünglichen Platz gefunden haben. Nur durch die enge Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt konnten wir dieses Stück der Stadtgeschichte retten.“


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