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Sonntag, Dezember 4, 2022

Blauer Elefant im mumok

Das mumok zeigt aktuell die Ausstellung „Blue Elephant“ des taiwanesischen Künstlers Huang Po-Chih, die erste Einzelausstellung des Künstlers außerhalb Asiens.

Huang Po-Chih (*1980 in Taoyuan) gehört einer Generation von Künstler*innen an, die in einer Ära demokratischer Reformen und hohen Wirtschaftswachstums in Taiwan sozialisiert wurde. Nach der Aufhebung der Einparteienherrschaft und des Kriegsrechts 1987 transformierte sich Taiwan in eine kapitalistisch-neoliberale, demokratisch verfasste Gesellschaft. Der politische Status Taiwans bleibt jedoch umstritten – ein Ergebnis des chinesischen Bürgerkriegs, dessen Verlierer sich 1949 unter der Führung Chiang Kaisheks von China abspalteten und die Republik China auf Taiwan gründeten.

Das mumok zeigt aktuell die erste Einzelausstellung des taiwanesischen Künstlers Huang Po-Chih außerhalb Asiens: „Blue Elephant“.
Ausstellungsansicht von Huang Po-Chih, Blue Elephant, 2021-2022 – ©mumok / Photo: Christian Benesch

Im Mittelpunkt von Huangs Präsentation im mumok steht die mehrteilige Werkserie Production Line – Made in China & Made in Taiwan (2014–21). Ausgehend von seinem Essay Blue Skin: Mama’s Story (2011–13), in dem er das wechselvolle Arbeitsleben seiner Mutter schildert, thematisiert Huang darin den Aufstieg und Untergang der Textilproduktion in Taiwan und deren schrittweises Outsourcing nach Shenzhen in China. Huangs Mutter und andere ehemalige, nun arbeitslose Textilarbeiter*innen partizipierten an diesem Projekt als Produzent*innen für eine temporär ins Leben gerufene Fertigungslinie von Jeanshemden, die von Shenzhen zurück nach Taipeh führt.

Das mumok zeigt aktuell die erste Einzelausstellung des taiwanesischen Künstlers Huang Po-Chih außerhalb Asiens: „Blue Elephant“.
Seven People Crossing the Sea, 2019-2021 – ©Huang Po-Chih / courtesy CHAT / Photo: Hoho Lin

Blue Elephant, der Titel der Ausstellung, steht als Sinnbild für die Arbeitsrealität in der taiwanesischen Textilindustrie und verknüpft individuelles (Er)Leben mit Gesellschaftlichem. Er spielt auf Huang Po-Chihs Mutter und auf deren dauerhafte körperliche Belastungen durch ihre Arbeit als Näherin an und verweist gleichzeitig auf eine Metapher, die die Taiwanesische Regierung zu Propagandazwecken eingesetzt hatte, um die Arbeitsmoral der Textilarbeiter*innen zu erhöhen.


INFO

Öffnungszeiten während der Feiertage:
25. bis 27. 12. 21 – 10.00 bis 18.00 Uhr
31. 12. 21 – 10.00 bis 16.00 Uhr
1. 1. 22 – 12.00 bis 18.00 Uhr
6. 1. 22 – 10.00 bis 18.00 Uhr

Museumsplatz 1
1070 Wien
mumok.at

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