COSMÓ: DIE ESC-BÜHNE RUFT

Beitragsbild: © Elisabeth lechner

COSMÓ tritt beim Eurovision Song Contest-Finale für Österreich an – und nahm sich davor Zeit für einen ganz besonderen Auftritt: Beim Vorlesetag las er vor einer Schulklasse beim BILLA Plus im Gerngroß. Warum ihm Geschichten so wichtig sind, was hinter seinem blauen Stern steckt und wie er sich auf die große Eurovision Song Contest-Bühne vorbereitet, verrät er euch im vormagazin-Interview.

vormagazin: Du hast beim Österreichischen Vorlesetag einer Schulkasse vorgelesen. Warum ist dir das Vorlesen wichtig?

COSMÓ: Ich bin mit dem Vorlesetag aufgewachsen. Bei mir im Gymnasium Neusiedl wurde das Vorlesen und Lesen großgeschrieben. Wir waren oft in der Bibliothek. Für mich ist Geschichten erzählen und Geschichten lesen super wichtig, weil das in der Musik ja nicht anders ist. Ich möchte in Songs auch immer eine Geschichte erzählen. Ich finde, das interessiert die Menschen. Deswegen ist der Vorlesetag für mich mega wichtig. Auch, damit Kinder lernen, wie wichtig Geschichten sind.

Wurde dir als Kind auch vorgelesen?

Ja, natürlich. Meine Eltern haben vorgelesen und darauf geachtet, dass wir Kinder auch selbst genug lesen.

Was ist deine schönste Erinnerung ans Vorlesen?

Vorlesen war bei uns ein Ritual: am Abend im Bett liegen und Mama oder Papa liest vor. Das hatte etwas sehr Beruhigendes. Wenn man heute ein Hörbuch hört, hat das denselben Effekt. Es ist entspannend und hat etwas Magisches. Das finde ich echt schön.

Spürst du einen Unterschied zwischen selbst lesen und vorgelesen bekommen?

Wenn ich selber lese, kann ich Informationen besser aufnehmen. Ich bin eher ein visueller Lerner. Aber zum Runterkommen und Entspannen finde ich Vorlesen cooler!

Als Musiker trägst du Texte öffentlich vor. Was ist dabei der Unterschied zum Lesen?

Beim Lesen passiert alles im Kopf – dieses Kopfkino. Wenn man etwas vorliest oder vorträgt, wird es realer. Es fühlt sich echter an, fast wie ein Theaterstück. Man kann sich in die Charaktere hineinfühlen. Außerdem ist es eine Bühne. Man ist in diesem Moment ganz allein mit dem Publikum und erzählt die Geschichte.

Apropos Bühne: Erzähl uns ein bisschen darüber, was die große Bühne des Eurovision Song Contest für dich bedeutet.

„Tanzschein“ ist ein lustiger, unterhaltsamer Song, aber wenn man genauer hinhört, erzählt er auch eine Geschichte. Auf der Eurovision Song Contest-Bühne wollen wir genau das erreichen. So viele Menschen schauen zu – diese Aufmerksamkeit möchten wir nutzen, um unsere Message zu präsentieren. Wir wollen Menschen zusammenbringen, mit dem Song und mit dem Tanz.

Was ist die Geschichte hinter „Tanzschein“?

Die Story ist entstanden, als ich das erste Mal mit Freunden in einem Wiener Club war. Ich war ziemlich enttäuscht. Ich dachte, es geht ums Leben genießen und Abschalten, aber es war eher eine komische Atmosphäre. Viel Zwang, viel Verurteilung – und keiner hat getanzt. Ich finde, gerade als junger Mensch braucht man manchmal eine Flucht aus dem Alltag. Wenn man dann einen Ort hat, wo man einfach man selbst sein kann, ohne bewertet zu werden, ist das das Schönste. Und vor allem gemeinsam zu feiern – auch mit Menschen, die man nicht kennt. Das ist meine Idealvorstellung.

Glaubst du, die Fans verstehen diese zweite Ebene?

Einige sind schon auf mich zugekommen und haben gesagt, wie schön sie die Story dahinter finden. Beim Eurovision Song Contest-Auftritt werden wir darauf achten, die Geschichte rüberzubringen, aber auch den Tanz. So entsteht dieses Unity-Gefühl.

Worauf freut ihr euch bei der Vorbereitung auf den ESC am meisten?

Die Band war beim Vorentscheid dabei, aber auf der Eurovision Song Contest-Bühne trete ich mit Tänzerinnen und Tänzern auf. Ich freue mich am meisten auf die Choreo und darauf eine richtig gute Tanzeinlage auf die Bühne bringen. Und auf die letzte Probe vor der Stadthalle, wenn alles festgelegt ist und man es richtig genießen kann. In der Stadthalle wird es dann hektisch, da muss alles sitzen.

Warum kann es stressig werden?

Aus den letzten Jahren. JJ hat zum Beispiel von Änderungen mit Laterne und Windmaschinen erzählt. Deshalb schauen wir, dass alles gut vorbereitet ist, aber bleiben offen für spontane Änderungen.

Warst du schon einmal in der Stadthalle auf einem Konzert?

Ja, letztes Jahr. Ich war mit meinem Gitarristen Sandro dort. Wir haben uns damals gedacht: Hier einmal aufzutreten wäre echt arg. Dass es nur ein Jahr später so weit ist, hätten wir nie gedacht.

Wie kam es dazu, dass du dich beim ESC beworben hast?

Ein Auftritt beim Eurovision Song Contest war immer ein Wunsch von mir. Meine erste Erinnerung war, als Conchita gewonnen hat. Seitdem hat der Traum geschlummert. Ich habe es 2024 schon einmal probiert. Danach wollte ich es noch einmal versuchen. Auch JJ war ein Motivationsschub. Außerdem fand ich das Castingformat attraktiv, weil ich durch The Voice Kids schon Erfahrung hatte.

Wie ist der Kontakt zu den anderen Künstlern?

Sehr gut. Wir sitzen alle im gleichen Boot. Bei der ersten Pre-Party in Oslo habe ich viele getroffen. Wir haben über Sprachen, Kulturen und Musik geredet. Das ist Eurovision Song Contest-Feeling pur – Menschen aus verschiedenen Ländern, die durch Musik zusammenfinden.

Was sind deine Pläne vor dem Eurovision Song Contest?

Ich bin voll in der Promo-Phase. Es gab noch zwei Pre-Partys – in Amsterdam und London. Der Fokus liegt aber auf der Performance und den Proben.

Bist du schon nervös?

Ich glaube, bei den Proben werde ich nervös sein. Ich möchte, dass alles klappt, weiß aber, dass nicht alles perfekt sein kann. Ich würde es eher als eine freudige Aufregung bezeichnen. Als ich neulich an der Stadthalle vorbeigegangen bin und den riesigen Werbebanner gesehen habe, dachte ich: „Wie geil, der Eurovision Song Contest ist in Wien – Moment, ich trete da ja auf.“

Wer ist dein Lieblings-ESC-Gewinner aller Zeiten?

ABBA. Durch „Mamma Mia“ bin ich zu ihnen gekommen. Sie haben meinen musikalischen Weg stark beeinflusst. Wir haben auch viel ABBA mit der Band gespielt. Ohne sie wäre vieles anders gelaufen.

Der Stern in deinem Gesicht – malst du den mit einer Schablone oder freihändig?

Freihändig. Er ist jedes Mal ein Unikat. Ich mache mir Hilfspunkte, aber es ist immer ein bisschen anders. Ich finde es ganz cool, wenn das einzigartig bleibt.

Wie kam die Idee dazu?

Spontan. Ich dachte, es sieht cool aus und ist etwas, woran man mich erkennt. Außerdem passt es zu meinem Gedanken, nach den Sternen zu greifen und groß zu träumen – gerade beim ESC.

Willst du den Leserinnen uns Lesern noch etwas mitgeben?

Ich möchte mich bei allen bedanken, die angerufen und gevotet haben, die mich unterstützen und den Tanz machen. Ihr seid der Grund, dass ich hier stehen darf.

Carla Hoffmann
Carla Hoffmann
Redakteurin Vormagazin

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