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Sonntag, Dezember 4, 2022

Zerstörung und Schaffung als Kern der Kunst

Von 6. bis 11. April 2017 sind in den Ausstellungsräumlichkeiten des Bank Austria Kunstforums Wien bei freiem Eintritt die Werke von Simon Quendler zu sehen, die sich an der Grenze zwischen Kunst, Destruktion, Neuschaffung und chemischen sowie biologischen Prozessen bewegen.

Der „Malchemist“ gilt als Pionier der Reaktionskunst und seine Kunst ist von der Suche nach den Ur-Farben geprägt. Mit eigenen Techniken wie der Granulationsmischtechnik oder der Essenzlösung löst er die Immanenz aus unterschiedlichen Stoffen und legt deren Kern frei. Das Aufbrechen von Strukturen mittels Verbrennung ist ein essenzieller Prozess im Entstehungsverlauf der Kunstwerke, um neue Materialeigenschaften des Verbrennungsstoffs freizulegen und so die Grenzen des Kunstspektrums zu verschieben.

Die menschliche Zerstörungskraft

Zusätzlich experimentiert Quendler mit der Auslösung von Schwebe- und Vulkanascheteilchen aus Flüssen und Böden mithilfe von Filtersystemen. Auf der Suche nach der Ur-Farbe bedient er sich biologischer und chemischer Mechanismen, die dafür sorgen, dass sich Werke „teilweise noch während der Ausstellungseröffnung durch Oxidation verändern und so als neue, unerwartete, scheinbar zufällige Erscheinungen wahrgenommen werden“, so der Künstler.

Quendlers Werkreihen thematisieren die menschliche Zerstörungskraft nicht nur in optischer, sondern auch in materialtechnischer Weise. Grundelemente des Malmittelspektrums werden in ihre Parzellen zerlegt, um das menschliche Zellprinzip zu simulieren. Verstärkt wird dies zusätzlich durch die Darstellung organischer Grundformen mit schwarzen Konturen, die umrissartig räumliche Grenzareale aufzeigen.

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