Beitragsbild: © Sandra Oblak
„Rund um die Burg“ eröffnete am 8. Mai 2026 im Café Landtmann vor voll besetztem Landtmannsaal und spürbar aufmerksamem Publikum. Zwischen 15:30 und 21:00 Uhr wurde gelesen, gesprochen und diskutiert – konzentriert, ohne Hast, mit klarer Präsenz der Gegenwartsliteratur. Ein Auftakt, der die Relevanz des Formats im Wiener Kulturleben erneut sichtbar gemacht hat.
Ein Auftakt mit vielen weiblichen Stimmen
Den Auftakt gestalteten Uschi Scheidl und Lilian Klebow, die den Nachmittag mit persönlichen Gedanken über weibliche Stimmen in der Literaturgeschichte eröffneten – klug gesetzt, unprätentiös und mit feinem Gespür für den Anlass. Im anschließenden Gespräch mit der vielfach ausgezeichneten Autorin Monika Helfer zeigte sich rasch, weshalb Helfer seit Jahren zu den präzisesten literarischen Beobachterinnen des Landes zählt. Auf die Frage nach ihrer bemerkenswerten Produktivität antwortete sie mit Humor: „Ich schreibe einfach – was macht man sonst?“. Ein Satz, bezeichnend für eine Autorin, deren Werk stets von Konsequenz und genauer Beobachtung geprägt ist.
„Ich schreibe einfach – was macht man sonst?„
– MOnika helfer
Über das Schreiben und das genaue Hinschauen
Besonders eindrucksvoll waren Helfers Worte an den literarischen Nachwuchs. Gefragt nach einem Rat für junge Autorinnen und Autoren, sprach sie weniger über Technik als über Wahrnehmung: genau hinsehen, zuhören, lesen, die Welt aufmerksam betrachten – ihr literarisches Credo. Mit Auszügen aus Bitte schick mir eine Droge – Wie die Welt weiterging wurde anschließend deutlich, weshalb Helfer als Meisterin der kurzen Form gilt: Weil sie aus beiläufigen Beobachtungen Literatur von bemerkenswerter Dichte entstehen lässt.




Autorinnen geben dem Nachmittag Kontur
Dass der erste Festivaltag stark von Autorinnen geprägt war, verlieh dem Programm zusätzliche Kontur. Marlene Streeruwitz präsentierte ihr aktuelles Werk Prinzessinnnkunde mit jener intellektuellen Schärfe, die ihr Schreiben seit Jahrzehnten auszeichnet, gefolgt von Milena Michiko Flašar mit Gedankenspiele über die Einsamkeit sowie Laura Freudenthaler mit Iris, deren Texte auf unterschiedliche Weise von feinen psychologischen Beobachtungen und sprachlicher Präzision getragen waren.
Ein Abendprogramm mit literarischer Bandbreite
Ab 18:00 Uhr setzte sich das Programm mit weiteren prägenden Stimmen der österreichischen Literaturszene fort: Armin Thurnher, Renate Welsh, Raphaela Edelbauer, Maja Iskra, Walter Gröbchen, Thomas Mießgang und Susanne Gregorsorgten bis in den Abend hinein für ein Programm, das in seiner Vielfalt ebenso überzeugte wie in seiner kuratorischen Klarheit. Einen besonders poetischen Akzent setzte schließlich die Poesiegalerie mit Beiträgen von Semier Insayif und Tobias March.
Fortsetzung im Burgtheater
Wer am Freitag keinen Platz mehr im Landtmannsaal fand, erhält bereits am Samstag, dem 9. Mai, im Vestibül im Burgtheater Gelegenheit, das Festival fortzusetzen.
INFO:
rundumdieburg.at




















