Beitragsbild: © Buchstabenfabrik/ Paul Schirnhofer
Es kommt nicht oft vor, dass Jahre nach dem Tod einer Autorin plötzlich ein neues Werk auftaucht. Noch seltener ist es, wenn es sich dabei um eine Schriftstellerin handelt, die Generationen geprägt hat. Mit „Marie und die Wolke“ erscheint im Juli 2026 das letzte bislang unveröffentlichte Manuskript der österreichischen Kinderbuchlegende Christine Nöstlinger im echomedia buchverlag.
Für viele Leserinnen und Leser gehört Nöstlinger längst zum kulturellen Gedächtnis des Landes. Bücher wie Die feuerrote Friederike, Maikäfer, flieg! oder Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse haben gezeigt, wie man Kindern auf Augenhöhe begegnet – mit Witz, Klugheit und einem feinen Gespür für die großen Fragen des Lebens. Nun öffnet sich ein letztes Mal die Tür in ihre unverwechselbare Erzählwelt.
Eine Wolke als Herzenswunsch
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Marie. Ihr größter Wunsch ist ungewöhnlich: Sie möchte eine Wolke besitzen. Was zunächst wie eine fantasievolle Kindergeschichte klingt, entwickelt sich zu einer warmherzigen Erzählung über Beharrlichkeit, Liebe und die kleinen Wunder, die den Alltag besonders machen.
Gerade darin liegt jene Qualität, für die Christine Nöstlinger berühmt wurde. Sie nahm die Gedanken und Gefühle von Kindern ernst und verwandelte scheinbar einfache Ideen in Geschichten mit Tiefgang. Auch „Marie und die Wolke“folgt diesem Prinzip und erzählt von Fantasie als Kraft, die die Welt verändern kann.
Marie und die Wolke von Christine Nöstlinger
Illustrationen: Barbara Waldschütz
Verlag: echomedia buchverlag
Umfang: 40 Seiten
ISBN: 978-3-903989-93-1
Preis: € 18,-
Erscheinungstermin: Juli 2026

Mutter und Tochter erzählen gemeinsam
Eine besondere Rolle spielt bei dieser Veröffentlichung Nöstlingers Tochter Barbara Waldschütz. Die Autorin hatte ihr das Manuskript noch zu Lebzeiten zur Illustration übergeben. Die poetischen Bilder Waldschütz’ verleihen der Geschichte eine zusätzliche Ebene und machen das Buch zu einem sehr persönlichen Familienprojekt.
Dass Text und Illustrationen hier in einen Dialog treten, verleiht dem Werk eine besondere Intimität. Es wirkt weniger wie eine posthume Veröffentlichung als vielmehr wie eine späte Zusammenarbeit zwischen Mutter und Tochter.
Für den Österreichischen Vorlesetag am 26. März 2026 las Barbara Waldschütz, die Tochter von Österreichs bedeutendster Kinder- und Jugendbuchautorin Christine Nöstlinger, aus dem letzten unveröffentlichten Werk ihrer Mutter vor. Hier geht es zum Video!
Buchpräsentation im Wiener Rathaus
Erstmals präsentiert wird das Buch am 2. Juli beim 15. Wiener Kinderlesefest im Wiener Rathaus. Um 11 Uhr wird „Marie und die Wolke“ im Arkadenhof des Rathauses offiziell vorgestellt.
Für die Lesung sorgt die Schauspielerin Lilian Klebow, die Auszüge aus dem Buch präsentieren wird. Anschließend sprechen Gäste über die Entstehungsgeschichte des Werkes und die Bedeutung von Christine Nöstlingers literarischem Erbe. Durch die Gesprächsrunde führt Ursula Scheidl.
Zusatz im Buch
Wer „Marie und die Wolke“ aufschlägt, findet noch eine zusätzliche Besonderheit. Ein QR-Code im Buch führt zu einem exklusiven Video, in dem Barbara Waldschütz über die Entstehung des Manuskripts, die Illustrationen und die emotionale Bedeutung dieser Veröffentlichung spricht. So entsteht ein seltenes Zusammenspiel aus Literatur, Illustration und persönlicher Erinnerung – ein Blick hinter die Kulissen eines Buches, das viele Jahre verborgen geblieben ist.
Ein besonderes Nöstlinger-Jahr
Die Veröffentlichung fällt in ein Jahr, das ganz im Zeichen Christine Nöstlingers steht. Am 13. Oktober 2026 hätte die Autorin ihren 90. Geburtstag gefeiert. Gleichzeitig kommt im Herbst die Verfilmung ihrer Biografie Sowieso und Überhaupt in die Kinos. Damit wird nicht nur ihr Werk, sondern auch ihre Lebensgeschichte einer neuen Generation zugänglich gemacht. „Marie und die Wolke“ erscheint somit genau zum richtigen Zeitpunkt: als literarischer Nachlass, als liebevolle Erinnerung und als Einladung, die Welt noch einmal mit den neugierigen Augen eines Kindes zu betrachten.



