ORF-Moderatorin Elisabeth Vogel ist Chefin vom Dienst und Redakteurin bei „Wien heute“ und moderiert „ORF III Aktuell“. In ihrer monatlichen Kolumne im vormagazin teilt sie persönliche Gedanken, spannende Beobachtungen und neue Perspektiven auf Wien und das Leben in der Stadt.
„Wo gibt es denn heutzutage noch einen Schatz?“ Diese Frage habe ich neulich gehört. Manchmal liegen Schätze näher, als wir denken. Wir müssen dafür weder eine alte Landkarte entziffern noch mit einem Metalldetektor durch die Gegend ziehen. Es reicht, bei uns in Wien ein bisschen genauer hinzuschauen. Und auch an vertrauten Orten gibt es noch etwas zu entdecken. Heuer wird bei „9 Plätze – 9 Schätze“ wieder der schönste Platz Österreichs gesucht. Für Wien stehen beziehungsweise standen drei Orte zur Wahl, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Und jeder hat mindestens ein kleines Geheimnis. Der Türkenschanzpark in Währing ist von einem 1,5 Kilometer langen Zaun umgeben, dem größten Jugendstil-Denkmal Österreichs. Die Gloriette in Schönbrunn ist ein frühes Beispiel für nachhaltiges Bauen: Maria Theresia ließ dafür Säulen und Skulpturenteile aus dem unvollendeten Schloss Neugebäude in Simmering abtragen und wiederverwenden. Und im Schulgarten Kagran in der Donaustadt, dem Übungsgelände der Berufsschule für Gartenbau und Floristik, wachsen mehr als 3.200 Pflanzenarten. Es gibt dort sogar einen kleinen Musterfriedhof. Welcher dieser drei Plätze heuer Wien in der großen ORF-Show am Nationalfeiertag vertritt, konnten Sie bis 6. Oktober wieder mitbestimmen.
Bei der Live-Show bekomme ich heuer Unterstützung von Fußball-Legende Toni Polster – er ist unser Wien-Promi. Weniger bekannt ist, dass er auf eine seiner größten Auszeichnungen 20 Jahre warten musste. In der Saison 1986/87 schoss er für die Austria 39 Tore. Den Goldenen Schuh für Europas besten Torjäger bekam trotzdem ein rumänischer Stürmer, dessen Treffer sich später als manipuliert herausstellten. Erst 2007 wurde die Trophäe Toni Polster nachträglich zuerkannt. Manche Schätze brauchen eben etwas länger, bis sie gehoben werden. Gewonnen hat Wien bei „9 Plätze – 9 Schätze“ übrigens noch nie. Vielleicht geht sich ja diesmal zumindest ein Stockerlplatz aus, auch mit Ihrer Stimme. Und vielleicht ist der Oktober die richtige Zeit, wieder einmal selbst auf Schatzsuche zu gehen.



