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Samstag, Februar 21, 2026

Umstieg vom PKW auf Öffis spart Geld und CO2

Beitragsbild: © Wiener Linien/Simon Wöhrer

Drei Monate lang haben die Teilnehmer*innen an der Wiener Linien Auto-Wette ihr eigenes Auto in die Garage gestellt und sind auf Öffis, Sharing-Angebote und Co. umgestiegen. Eine Studie zeigt nun die positiven Effekte für Klima und Geldbörse.

Im Rahmen der Auto-Wette wählten die Wiener Linien 37 Haushalte aus 3.000 Teilnehmer*innen für einen Selbstversuch aus. Von Mai bis Juli 2025 ließen sie ihr Auto stehen und nutzten stattdessen Öffis, Rad, Sharing-Angebote oder gingen zu Fuß. Das Institut für Verkehrswesen der Universität für Bodenkultur (BOKU) hat das Projekt begleitet und die mehr als 300.000 zurückgelegten Kilometer ausgewertet.

Das zentrale Ergebnis

Ohne eigenes Auto ist man mobiler und kommt fast genauso schnell ans Ziel wie mit dem Auto. Die Teilnehmer*innen haben viele neue Mobilitätswege ausprobiert und dabei durchschnittlich täglich um fünf Prozent weiter entfernte Ziele erreicht als davor mit dem eigenen Auto. Dafür wurden im Durchschnitt aber nur drei Prozent mehr Zeit pro Tag aufgewendet, also etwa viereinhalb Minuten. Das Vorurteil, dass man mit dem Auto in Wien schneller ans Ziel kommt, kann also entkräftet werden.

Sparsam.

Die Teilnehmer*innen legten 42,6 Prozent ihrer Wege zu Fuß zurück, 19,7 Prozent mit den Öffis, 16,9 Prozent mit dem Fahrrad, 19 Prozent mit Leihautos oder Taxis, rund zwei Prozent nutzten sonstige Mobilitätsformen (z. B. Schiff). Damit haben die Teilnehmer*innen während der Auto-Wette mehr als 80 Prozent der Wege umweltfreundlich zurückgelegt – auf diese Weise konnten 5,5 Tonnen CO2 eingespart werden. Ohne eigenes Auto waren die Teilnehmer*innen außerdem sparsamer unterwegs. Berechnungen der BOKU zeigen, dass die tatsächlichen Mobilitätskosten mit eigenem Auto monatlich bei 425,20 Euro liegen und durch Mobilität ohne eigenen Pkw um bis zu 40 Prozent reduziert werden können.

Gewohnheit.

Zusätzlich zur quantitativen Analyse wurden auch Befragungen durchgeführt. Dabei hat sich gezeigt, dass der Planungsaufwand für die Mobilität anfangs gestiegen ist. Routen und Alternativen zu finden, benötigt Zeit. Aber: Sobald dies erledigt ist, waren die neuen Gewohnheiten schnell etabliert. Als herausfordernd wurden vor allem ländliche Ziele außerhalb Wiens empfunden. Trotzdem möchten 15 der 28 befragten Haushalte das eigene Auto verkaufen oder haben es bereits verkauft. Im Partnerbezirk Währing wollen sogar nur fünf der befragten 14 Haushalte ihren Pkw behalten.

INFO
autowette.at

V. l. n. r.: Wett-Teilnehmer Henrik Sulz, Bezirksvorsteherin Währing Silvia Nossek, Wiener Linien-Geschäftsführerin Petra Hums, Wett-Teilnehmerin Teresa Andessner und Gemeinderat Michael Trinko bei einer Pressekonferenz vergangenes Jahr am Kutschkermarkt. © Wiener Linien

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