Beitragsbild: Mehr als 130 Ausstellende verwandeln die historischen Gebäude der Baumgartner Höhe fünf Tage lang in eine weitläufige Kunstlandschaft zwischen Messe, Museum und Experiment. © Parallel Vienna photo Caro Strasnik
Vom 9. bis 13. September 2026 wird die Baumgartner Höhe wieder zum spannendsten Kunstparcours der Stadt. Die PARALLEL Vienna zieht zum vierten Mal ins historische Otto Wagner Areal und bringt mehr als 130 Ausstellende, internationale Galerien, junge Positionen, Performances und experimentelle Formate zusammen. Fünf Tage lang darf Kunst hier nicht nur betrachtet, sondern entdeckt, diskutiert und manchmal auch ein bisschen ausgehalten werden.
Kunstmesse? Museum? Social Hub? Ja.
Die PARALLEL lässt sich traditionell nur schwer in eine Schublade stecken – und genau darin liegt ihr Reiz. Künstlerischer Leiter Stefan Bidner bezeichnet sie als „Hybridwesen aus Kunstmesse, Pop-up-Museum und Social Hub“ und sogar als „Elefant im Wiener Kunstzirkus“.
Seit 2013 zieht die Messe durch Wien, mittlerweile hat sie im Otto Wagner Areal so etwas wie ein temporäres Zuhause gefunden. 2026 werden gleich vier historische Gebäude bespielt. Mit dabei sind Galerien aus acht Ländern, Projekte der freien Szene, Institutionen und zahlreiche Künstler:innen. Bei den ARTIST STATEMENTS erhalten außerdem 30 ausgewählte junge Positionen Raum für eigene Solopräsentationen.
Jugendstil trifft Gegenwart
Eine der großen Neuerungen wartet im imposanten Jugendstiltheater. Es verwandelt sich für die PARALLEL in ein „Petit Palais“, in dem 17 ausgewählte Galerien ihre Arbeiten in einer eigens entwickelten Ausstellungsarchitektur präsentieren.
Neu integriert werden auch die PARALLEL Editions, die bisher als eigenständiges Messeformat stattfanden. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Fotografie – passend zu ihrem 200-jährigen Jubiläum im Jahr 2026. Erstmals können Besucher:innen außerdem ausgewählte Fotografien von OstLicht Auction direkt auf der PARALLEL ersteigern.
Kunst geht durch den Magen
Besonders spannend klingt die diesjährige Special Show PARALLEL KITCHEN. Im Erdgeschoss des Küchengebäudes dreht sich alles um Eat Art. Die Gruppenausstellung versteht sich als Hommage an Daniel Spoerri, der Essen, Lebensmittel und alltägliche Handlungen bereits ab den 1960er-Jahren zum Material seiner Kunst machte. Dabei bleibt es nicht beim klassischen Ausstellungsraum: Die PARALLEL KITCHEN ist zugleich funktionierende Küche und sozialer Treffpunkt. Kunst wird hier buchstäblich Teil des Alltags – ein Ansatz, der ziemlich genau zur DNA der PARALLEL passt.
Kunst, die nicht stillsteht
Auch Performances gehören wieder zum Programm. Sie tauchen zwischen den Ausstellungsräumen ebenso auf wie draußen auf dem Gelände. Gleich am Eröffnungstag sorgt Künstler Jonas Höschl mit seiner Aktion „Polizeipferde für Österreich“ für den Auftakt. Die Arbeit greift einen einst diskutierten, letztlich aber nicht realisierten politischen Plan in Österreich auf.
Überhaupt versteht sich die PARALLEL weniger als Ort für den schnellen Rundgang und mehr als temporäre Kunstwelt. Dazu passen Food-Konzepte von Mochi, musikalische Programmpunkte sowie Opening- und Closing-Party. Wer einmal durch die weitläufigen Gebäude und über das Gelände wandert, merkt schnell: Hier braucht man Zeit.
Ein Ticket, fünf Tage Kunst
Praktisch also, dass das Ticket nicht nur für einen einzelnen Besuch gilt. Das Fünftages-Ticket kostet 25 Euro regulär beziehungsweise 20 Euro ermäßigt und ist von Mittwoch bis Sonntag gültig. Ein Kombiticket für die Astoria Artshow und die PARALLEL Vienna gibt es um 30 Euro.

Öffnungszeiten im Überblick: Mittwoch Preview 13–17 Uhr, Opening 17–22 Uhr; Donnerstag und Freitag 13–20 Uhr; Samstag und Sonntag 11–20 Uhr. Am Mittwoch folgt ab 22 Uhr das Opening Event, am Samstag ab 20 Uhr das Closing Event.
INFO:
9.–13. September 2026
Otto Wagner Areal
Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien

Leon Hoellhumer verbindet in „Strada del Sole“ von 2025 Aluminium und Brot zu einer Arbeit, die Alltägliches aus seinem gewohnten Kontext löst. © Leon Hoellhumer






