Beitragsbild: Doderer im Jahr 1959. © Von Barbara Niggl Radloff/ CC BY-SA 4.0/creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
D-DAY AM 21. SEPTEMBER. Das vormagazin präsentiert die 6. Ausgabe des Doderer-Events – Gast im Café Frauenhuber ist Autor, Filmer & Interpret Max Gruber.
„Wenn ich mich frage, was ich denn eigentlich wirklich haben möchte und mir wünschte: so wäre es – viel Geld, um in einer Folge schwerster sexueller Excesse, sinnloser Saufereien und dementsprechender Gewalthändel endlich und endgültig unterzugehen. Statt dessen hab’ ich das weitaus gewagtere Abenteuer der Tugend gewählt“, notierte Heimito von Doderer am 18. Oktober 1951 in sein Tagebuch. Über die Dämonen des ansonsten sehr disziplinierten Dichters wird am 21. September, 18.30 Uhr, im Café Frauenhuber der Autor, Performer und Filmer Max Gruber mit dem Initiator des D-Days, Helmut Scheider, diskutieren.

Max Gruber (l.) ist auch Sammler und Verfasser von „Mörderballaden“, die er am 22. Oktober wieder bei der Kriminacht präsentieren wird. © Katharina Schiffl
DES ANO. Max Gruber, der zuletzt einen viel beachteten Kinofilm über den Architekten Karl Schwanzer drehte, verfasste für seine in den Nullerjahren gegründete Wiener Band „Des Ano“ einen Rap-Song mit dem Titel „Doderers Nachtgebet“, der auch ins Album „paradies“ aufgenommen wurde, der folgendermaßen beginnt: „herr mia brauchn unsa fettn um uns fua dem lebm zu rettn weil eines is doch ganz gewiß das es lebm tödlich is und das man sich schüzzn muß mit rauchn, saufn oda schuss denn bisd easd amoi richdig zua kummd da füles sofü leichda fua.“ Gruber kam schon früh auf Doderer und bewunderte die Konsequenz dieses Autors nach langen Durstjahren nicht aufzugeben. Erst mit der „Strudelhofstiege“ gelang ihm als 55-Jähriger der Durchbruch. Gruber: „Er verkörpert das ewige Dilemma jedes Schriftstellers, nämlich wie du umgehst mit der Einsamkeit, mit der Isoliertheit, mit dem Außenseiterdasein. Er wurde ja auch von der eigenen Familie abgelehnt.“
INFO:
„Rausch & Raufhändel bei Heimito von Doderer“
21.9., 18.30 Uhr, Café Frauenhuber
Himmelpfortgasse 6, 1010 Wien
Eintritt frei!



